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Nachrichten

01.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Inmitten der Euro-Finanzkrise übernimmt Zypern an diesem Sonntag die EU-Ratspräsidentschaft. Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Eurozone dazu bereit erklärt, Zypern als fünftem Euroland Finanzhilfe zu gewähren. Das Land befindet sich nun in Gesellschaft der Krisenstaaten Spanien, Portugal, Irland und Griechenland, und ist das erste Land, das die EU-Ministertreffen leitet und zugleich Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds erhält. EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen signalisierte unterdessen, Griechenland beim Hilfsprogramm entgegen zu kommen. Zugleich schloss er aber deutliche Abweichungen von den Auflagen aus. EU, IWF und EZB seien prinzipiell bereit, einzelne Bedingungen anders zu gestalten, sagte Asmussen der griechischen Zeitung "Kathimerini". Allerdings dürften die wichtigsten Ziele des Programms nicht angetastet werden.

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Die Syrien-Konferenz der fünf UN-Vetomächte und mehrerer Nahost-Staaten hat sich in Genf darauf verständigt, eine Übergangsregierung in Damaskus zu befürworten. Die neue Regierung solle das Bürgerkriegsland in eine friedliche und demokratische Zukunft führen, sagte der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Kofi Annan, nach dem Krisentreffen in Genf. In der Resolution der beteiligten Staaten findet sich allerdings keine explizite Forderung nach einem Amtsverzicht des diktatorisch regierenden syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Zudem fehlt ein Zeitplan für die Ablösung der bisherigen Regierung. Die UN-Vetomächte Russland und China weigerten sich bis zuletzt, einen Amtsverzicht Assads zu verlangen. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte jedoch, dass für Assad kein Platz mehr sei. Neben den USA, Russland und China saßen die anderen UN-Vetomächte Frankreich und Großbritannien sowie die Türkei, Katar, Kuwait und der Irak am Verhandlungstisch. Komplettiert wurde die Runde von Vertretern der UN, der EU und der Arabischen Liga.

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Der chinesische Präsident Hu Jintao hat den Millionär Leung Chun Ying als neuen Regierungschef von Hongkong eingesetzt. Er ist der dritte Amtsinhaber seit der Übergabe der früheren britischen Kolonie an China vor 15 Jahren. Chinas Präsident Hu Jintao erklärte, die Politik der Zentralregierung in Peking unter dem Motto "Ein Land, zwei Systeme" bleibe "unerschütterlich". In der Sonderverwaltungszone herrscht Unzufriedenheit mit der chinesischen Herrschaft. Am Samstag war die Polizei gegen Demonstranten vorgegangen, die vor Hus Hotel gegen den mysteriösen Tod des chinesischen Dissidenten Li Wangyang protestiert hatten. Als eine Gruppe von Demonstranten versuchte, Absperrungen zu durchbrechen, setzten die Beamten Pfefferspray ein. Es wurde erwartet, dass im Laufe des Tages Zehntausende zu weiteren Protesten auf die Straße gehen würden.

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Der langjährige isländische Präsident Olafur Ragnar Grimsson geht auf eine fünfte Amtszeit zu. Nach einer Prognose des TV-Senders RUV kam Grimsson bei der Direktwahl auf 51 Prozent der Stimmen, während seine wichtigste Rivalin, die 37-jährige Journalistin Thora Arnorsdottir, knapp 34 Prozent der Stimmen erreichte. Arnorsdottir räumte ihre Niederlage ein. Der 69-jährige Sozialist Grimsson lag schon in den Umfragen vor der Wahl klar vorn. Wahlberechtigt waren rund 236.000 Bürger der Inselrepublik im Nordwesten Europas.

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Im festgefahrenen Atomstreit mit dem Iran tritt an diesem Sonntag ein Ölembargo der Europäischen Union in Kraft. Auch Altverträge für die Lieferung iranischen Öls müssen zu dieser Frist enden. Auf diese Strafmaßnahmen hatte sich die EU im Januar geeinigt. Die EU-Außenminister bekräftigten in der vergangenen Woche noch einmal, dass sie an den neuen Sanktionen festhalten und auch weitere Strafmaßnahmen erwägen. Der Iran, der im Verdacht steht, heimlich an einer Atombombe zu bauen, warnte dagegen mehrmals vor negativen Folgen des Embargos für die Atomgespräche mit dem Westen.

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