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Nachrichten

01.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Fast zwei Jahrzehnte nach Beginn des Bosnien-Krieges ist der mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt worden. Der 69-Jährige wurde mit einer Sondermaschine der serbischen Regierung von Belgrad in die Niederlande gebracht und im dortigen UN-Gefängnis inhaftiert. Ein Gericht in der serbischen Hauptstadt hatte zuvor Mladics Einspruch gegen die Auslieferung abgewiesen. Der frühere bosnisch-serbische General muss nun innerhalb von 48 Stunden erstmals vor einem Richter des UN-Tribunals erscheinen. Ihm wird dann die Anklage vorgelesen, zu der er sich anschließend äußern muss. Mladic werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges 1992 bis 95 vorgeworfen. Er wird unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Im Falle einer Verurteilung droht Mladic eine lebenslange Haftstrafe. Der 69-Jährige war am Donnerstag nach jahrelanger Flucht in Serbien gefasst worden.

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Knapp einen Monat nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat der pakistanische Regierungschef Yousuf Raza Gilani eine Untersuchung des US-Spezialeinsatzes angeordnet. Gilani habe dazu eine unabhängige fünfköpfige Kommission zusammengestellt, teilte sein Büro mit. Den Vorsitz soll ein ranghoher Richter des Obersten Gerichtshofs übernehmen. Das pakistanische Parlament hatte Aufklärung darüber verlangt, wie der Chef des Terrornetzwerks jahrelang unbehelligt in Abbottabad im Nordwesten des Landes leben konnte. Es soll auch untersucht werden, ob Mitglieder der Regierung oder des Militärs möglicherweise von dem Versteck Bin Ladens wussten. Außerdem forderten die Abgeordneten eine Klarstellung, wie der Einsatz des US-Militärs unentdeckt bleiben konnte. Spezialkräfte hatten Bin Laden Anfang Mai in seinem pakistanischen Versteck getötet. Die US-Regierung hatte die Führung in Islamabad zuvor nicht über den geplanten Einsatz informiert.

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Japan hat nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA die Gefährdung japanischer Kernkraftwerke durch Tsunamis unterschätzt. Das geht aus einem vorläufigen Bericht hervor, den die Behörde in Tokio vorlegte. So sei der bis zu 14 Meter hohe Tsunami in Folge des schweren Erdbebens vom 11. März ganz offensichtlich die direkte Ursache für das Desaster in der Atomanlage Fukushima, heißt es in dem Bericht. Die IAEA-Experten hatten zehn Tage lang die Fakten zu der schwersten Atomkatastrophe nach Tschernobyl zusammengetragen. Um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden, müssten weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen und die Unabhängigkeit der Atomaufsichtsbehörde verbessert werden. Gleichwohl lobte die IAEA die Reaktionen der japanischen Regierung auf die Katastrophe als "beispielhaft".

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Die Suche nach der Quelle für die lebensgefährliche Infektion mit dem EHEC-Erreger muss von neuem beginnen. Der auf spanischen Gurken in Hamburg entdeckte Erreger hat die Erkrankungswelle anscheinend nicht ausgelöst. Bei zwei der vier Gurkenproben habe sich keine Übereinstimmung mit dem in Stuhlproben von Patienten gefundenen Bakterium gezeigt, erläuterte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Die Verunreinigungen auf spanischen Gurken stellten dennoch eine Gefahr dar und könnten andere EHEC-Erkrankungen auslösen, ergänzte sie. Gesundheitsminister Daniel Bahr und das Robert-Koch-Institut mahnten die Bürger nochmals, Tomaten, Gurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. - Bei der Suche nach der Infektionsquelle hilft möglicherweise ein neuer Schnelltest des Universitätsklinikums Münster. Er kann den lebensgefährlichen Darmkeim innerhalb weniger Stunden nachweisen, sowohl bei Patienten als auch auf Gemüse. Die Zahl der EHEC-Todesopfer stieg in Deutschland auf 15.

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Die US-Raumfähre "Endeavour" ist von ihrer letzten Reise zur Internationalen Raumstation ISS sicher zur Erde zurückgekehrt. Das Shuttle landete mit sechs Astronauten an Bord wie geplant auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Die "Endeavour" hatte vor rund 19 Jahren ihren Jungfernflug absolviert. Nun wird sie wie die anderen Raumfähren zum Museumsstück, weil die US-Raumfahrtbehörde NASA das Shuttle-Programm aus Kostengründen in diesem Sommer einstellt. Im Juli wird die Schwesterfähre "Atlantis" den letzten Shuttleflug absolvieren.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND - Die Vorhersage für Mittwoch: Im Süden und Osten wolkig und meist nur noch leichter Regen. Sonst meist trocken, von der Nordsee her wieder vermehrt Sonne. Höchstwerte zwischen 13 und 20 Grad.

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