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Nachrichten

01.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Mit großem Andrang haben in Birma die Nachwahlen zum Parlament begonnen. In der Hafenmetropole Rangun staute sich der Verkehr schon in den frühen Morgenstunden, weil zehntausende Menschen zu den Wahllokalen unterwegs waren. Prominenteste Kandidatin ist Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Bei der Abstimmung in 45 Wahlkreisen gelten die 66-Jährige und weitere Kandidaten ihrer Nationalen Liga für Demokratie für viele Mandate als gesetzt. Suu Kyi hat mehr als 20 Jahre gegen die Militärherrschaft in ihrer Heimat gekämpft und war deshalb jahrelang unter Hausarrest. Die Abstimmung gilt als Test für den Reformwillen der Regierung und als eine wichtige Voraussetzung für die Aufhebung westlicher Wirtschaftssanktionen gegen das südostasiatische Land.

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Die Kontaktgruppe der Freunde Syriens nimmt einen zweiten Anlauf zur Lösung des blutigen Konfliktes in dem arabischen Land. Bei dem Treffen der Vertreter von mehr als 70 Staaten und internationalen Organisationen in Istanbul soll über einen Rückzug syrischer Streitkräfte aus Städten des Landes sowie humanitäre Hilfe gesprochen werden. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle sagte, eine politische Lösung sei immer noch möglich. Die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad lässt seit mehr als einem Jahr eine Protestbewegung brutal unterdrücken. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten fast 10.000 Menschen ums Leben. Für die notleidende Bevölkerung sowie syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern stellt Deutschland zusätzlich 2,5 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung. Damit erhöht sich die Hilfe der Bundesregierung auf insgesamt 5,7 Millionen Euro.

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Die ägyptische Muslimbruderschaft geht entgegen ihren bisherigen Ankündigungen nun doch mit einem eigenen Kandidaten in die Präsidentenwahl. Die stärkste und am besten organisierte politische Gruppierung in Ägypten kündigte an, dass ihr stellvertretender Vorsitzender Chairat al-Schater bei der Wahl im Mai antreten werde. Der 62 Jahre alte Unternehmer hat damit gute Chancen, die Nachfolge des im vergangenen Jahr gestürzten Staatschefs Husni Mubarak anzutreten. Der zurzeit herrschende Militärrat in Ägypten soll nach der Wahl seine Macht an den neuen Präsidenten abtreten. Die Muslimbruderschaft hatte mehrfach versichert, dass sie keinen Kandidaten für die Wahl nominieren werde. Ihre Kehrtwende begründete sie jetzt damit, dass der "demokratische Prozess in Ägypten bedroht" sei.

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Nach den blutigen Stammeskämpfen im Süden Libyens haben die Konfliktparteien offiziellen Angaben zufolge eine Waffenruhe vereinbart. Regierungschef Abdel Rahim al-Kib teilte mit, die an den Gefechten bei der Wüstenstadt Sebha beteiligten Stämme hätten eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Bislang werde die Waffenruhe geachtet. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Kämpfen in dieser Woche mehr als 150 Menschen getötet. Bei den Auseinandersetzungen stehen sich seit Februar Angehörige der schwarzafrikanischen Tubu und arabische Stämme aus Sebha gegenüber.

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Bei Protesten mehrerer tausend Kapitalismus-Gegner ist es in Frankfurt am Main zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt, darunter ein Polizist. Der Beamte sei von Steinen getroffen worden, er liege schwer verletzt auf der Intensivstation eines Krankenhauses, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere massiv gewaltorientierte Teilnehmer der Kundgebung seien festgenommen worden. Der von linken Gruppierungen organisierte Demonstrationszug sollte zur Baustelle des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank führen.

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An hunderten bekannten Wahrzeichen weltweit sind am Samstag für eine Stunde die Lichter ausgeschaltet worden. Anlässlich der so genannten Earth Hour wurde die Beleuchtung am Brandenburger Tor in Berlin ebenso gekappt wie am Opernhaus von Sydney oder an der Chinesischen Mauer. Zahlreiche Städte weltweit beteiligten sich an der jährlichen Aktion der Umweltorganisation WWF, mit der das Bewusstsein für den Kampf gegen den Klimawandel geschärft werden soll.

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Die Bürger in der Europäischen Union können künftig direkt auf die Arbeit der EU-Kommission einwirken. Von diesem Sonntag an gibt es die Möglichkeit, über die "Europäische Bürgerinitiative" Einfluss auf die Gesetzgebung in der EU zu nehmen. Wenn sich genügend Menschen zusammenfinden, können sie die EU-Kommission auffordern, sich mit einem bestimmten Thema zu befassen. Allerdings sind die Hürden dafür relativ hoch: Für die neue Bürgerinitiative sind eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern nötig.

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