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Nachrichten

01.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

China, Japan, Südkorea und die Vereinten Nationen haben die Zugeständnisse Nordkoreas im Atomstreit begrüßt. Das Außenministerium in Seoul nannte die Zugeständnisse der neuen Führung beachtenswert. Das chinesische Außenministerium erklärte seine Bereitschaft, mit allen Beteiligten auf eine Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche hinzuwirken. Der japanische Außenminister Koichiro Gemba sagte, die Einigung gehe in die richtige Richtung. Von einer sofortigen Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche könne aber nicht die Rede sein. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief alle beteiligten Parteien auf, den Konflikt friedlich zu lösen. Die USA hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass Nordkorea im Gegenzug für amerikanische Nahrungsmittelhilfe seine Urananreicherung sowie Atomtests und Tests von Langstreckenraketen aussetzen wolle. Pjöngjang will zudem Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde ins Land lassen.

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Griechenland muss sich auf Kürzungen im Gesundheitswesen gefasst machen. Das Parlament in Athen billigte in der Nacht zum Donnerstag weitere harte Sparmaßnahmen. 213 der 300 Abgeordneten stimmten erwartungsgemäß für die Einsparungen im Gesundheitsbereich. Sie sind der letzte Teil eines Sparpakets von insgesamt mehr als 3,2 Milliarden Euro und Voraussetzung dafür, dass das verschuldete Land das zweite internationale Hilfspaket von 130 Milliarden Euro bekommt. Zuvor hatte das Parlament unter anderem der Kürzung der Renten und des Mindestlohnes zugestimmt. Aus Protest dagegen wollen die Fahrer öffentlicher Verkehrsmittel in Athen den ganzen Donnerstag über streiken.

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In Spanien sind zehntausende Schüler und Studenten aus Protest gegen Einsparungen bei der Bildung und Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprachen von 70.000 Teilnehmern in Barcelona, die Polizei von 25.000. An der Börse gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als Demonstranten das Gebäude mit stumpfen Gegenständen bewarfen. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Randalierer vor. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Auch in Madrid und Valencia gab es Kundgebungen, die aber friedlich blieben. Am europaweiten Protesttag gegen die Sparpolitik der EU-Regierungen waren in Spanien Kundgebungen in rund 40 Städten angekündigt. Der Protest richtete sich zudem gegen Vorfälle in Valencia. Vor gut einer Woche waren Polizisten dort mit Schlagstöcken gegen junge Demonstranten vorgegangen, die gegen ungeheizte Klassenräume protestierten. Dies löste landesweit Empörung aus.

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Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten ab Donnerstag auf ihrem Frühjahrsgipfel in Brüssel, wie sie in Europa das Wachstum ankurbeln können. Dabei soll auch der Fiskalpakt unterzeichnet werden, mit dem sich die meisten EU-Länder zu einer strikten Begrenzung ihrer Staatsschulden verpflichten. Eine Entscheidung darüber, ob die Rettungsschirme EFSF und ESM aufgestockt werden, wird nicht erwartet. Mit Blick auf Deutschland sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker, einige Regierungen bräuchten noch Zeit. Er erwarte aber, dass im März eine Entscheidung fällt. Vor dem zweitägigen Spitzentreffen demonstrierten in Brüssel die Gewerkschaften. Sie kritisierten die Sparprogramme, die die Euro-Länder etwa dem verschuldeten Griechenland als Bedingung für ihre Hilfe auferlegt haben, als sozial ungerecht. Auf dem Gipfel soll außerdem EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy für weitere zweieinhalb Jahre im Amt bestätigt werden.

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Fast jeder vierte in Deutschland lebende junge Muslim ohne deutschen Pass lehnt die Integration ab. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben hat. 24 Prozent der nichtdeutschen Muslime zwischen 14 und 32 Jahren könnten als streng religiös, "mit starken Abneigungen gegenüber dem Westen, tendenzieller Gewaltakzeptanz und ohne Integrationstendenz" bezeichnet werden, heißt es darin. Bei den Muslimen mit deutschem Pass liege der Anteil bei 15 Prozent. Für die Studie, die an diesem Donnerstag veröffentlicht werden soll, wurden Familieninterviews geführt sowie 700 junge deutsche und nichtdeutsche Muslime telefonisch befragt. Zudem wurden fast 700 Fernsehbeiträge analysiert. Zum Islam bekennen sich in Deutschland nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge schätzungsweise vier Millionen Menschen. Knapp die Hälfte hat die deutsche Staatsbürgerschaft.

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