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Politik

Überlebende der Londoner Attentate berichten

Hunderttausende von Menschen waren in London unterwegs, als mehrere Bomben in drei U-Bahnen und einem Bus explodierten. Die meisten kamen mit einem Schrecken davon. Augenzeugenberichte vom Tag der Anschläge.

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Trauer um die Opfer an der U-Bahnstation King's Cross

Laura befand sich in einem Tunnel in der Nähe der größten Londoner U-Bahn-Station "Kings Cross" als sie einen furchtbaren Knall hörte und ein Blitz ihren U-Bahn-Wagon durchzuckte. "Der ganze Zug füllte sich mit Rauch und es roch stark verbrannt", erzählt sie. "Wir waren alle bestimmt 30 Minuten in der 'Tube' eingeschlossen. Dann wurden wir endlich informiert, dass wir durch die U-Bahn-Schächte evakuiert werden sollen. Es war ein Riesenchaos und niemand teilte uns mit, was genau passiert war".

Ums Leben rennen

Unmittelbarer Zeuge der verheerenden Busexplosion wurde Ayobami Bello, als er gerade seine Bank verlässt: "Ich sah den Bus noch und einige Sekunden später hörte ich nur eine wahnsinnige Explosion. Die Strasse bebte wie bei einem Erdbeben und Teile des Busses flogen durch die Luft. Wir rannten alle nur um unser Leben, überall um mich herum schrieen und weinten Menschen", sagt der 42-jährige Sicherheitsmann.

Terroranschlag in London

Helfer an der Station Edgware Road (7.7.2005)

Eine Frau, die anonym bleiben möchte, berichtet. "Ich war in dem Bus, der explodiert ist. Ich habe nur um mich gestarrt und blickte fassungslos dorthin, wo vor einigen Sekunden noch Sitze waren."

"Die Hölle"

Amina Bawamia, die am Empfang einer großen Londoner Firma arbeitet, erzählt von der Atmosphäre in ihrem Büro nach den Anschlägen: "Wir waren alle so geschockt. Erst gestern hatten wir doch die großartigen Neuigkeiten erhalten, dass London Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 sein wird. Und nur einen Tag später diese Tragödie. Meine Gedanken sind bei den Familien, die Angehörige verloren haben."

Auch der junge Thailänder Felix Boonprasom ist bei den Anschlägen mit dem Schrecken davongekommen, doch werden die traumatischen Bilder ihn sicher noch lange begleiten. "Es ist wie die Hölle hier", sagte er am Donnerstag. "Ganz London ist ein einziges Chaos. Man hört nur Sirenen, die ganze Stadt ist abgesperrt. Als ich im Büro von der ersten Explosion hörte, dachte ich noch an ein Zugunglück. Aber als dann Informationen von weiteren Explosionen durchdrangen, wurde mir augenblicklich klar, dass dies nur ein Anschlag sein konnte. Ich fing an zu zittern. Und ich konnte zuerst niemanden telefonisch erreichen. Es war ein Alptraumszenario."