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Aktuell Afrika

Überfall auf eine Christmette

Wieder Nigeria, wieder eine christliche Kirche, wieder zur Weihnachtsmesse: Im Norden des Landes haben Bewaffnete den nächtlichen Gottesdienst gestürmt und mindestens sechs Menschen erschossen.

Bei dem Überfall im Dorf Peri nahe der Stadt Potiskum sei auch der Pfarrer ums Leben gekommen, berichten nigerianische Medien unter Berufung auf die Polizei. Anschließend hätten die Angreifer das Gotteshaus in Brand gesteckt.

Bereits 2011 hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram zu Weihnachten mehrere Attentate im muslimisch geprägten Nordnigeria verübt. Allein bei einem Bombenanschlag auf eine katholische Kirche in Suleja im Bundesstaat Niger waren rund 30 Menschen ums Leben gekommen. In Nigeria, wo mehr als 160 Millionen Menschen leben, gilt Boko Haram als größtes Sicherheitsrisiko. Ihren Anschlägen sollen bislang mehrere tausend Menschen zum Opfer gefallen sein. Ziele der Fundamentalisten sind nicht nur Kirchen, sondern auch Polizeistationen und militärische Einrichtungen.

"Nigeria darf nicht auseinanderbrechen"

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas besteht zu etwa gleichen Teilen aus Muslimen und Christen. Der Norden ist stark islamisch geprägt; in zahlreichen Bundesstaaten gilt das islamische Recht, die Scharia. Im Süden leben überwiegend Christen.

Der katholische Bischof von Sokoto, Matthew Hassan Kukah, rief die Nigerianer zu friedlichem Zusammenleben unabhängig von Religion und Ethnie auf. Nigeria dürfe auf keinen Fall auseinanderbrechen, sagte der Bischof in seiner Weihnachtsansprache. Auch Papst Benedikt XVI. hatte sich in seinem traditionellen Weihnachtssegen besorgt über die Lage in Nigeria geäußert, wo "grausame terroristische Attentate weiter Opfer fordern, besonders unter den Christen".

rb/haz (afp, kna)