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Afrika

Über 60 Tote bei Anschlagsserie in Nigeria

Bei einer Serie von Bombenanschlägen und Überfällen sind im Nordosten Nigerias nach offiziellen Angaben mindestens 67 Menschen getötet worden. Zu der Anschlagsserie bekannte sich die islamistische Sekte Boko Haram.

Polizisten stehen in Maiduguri Wache (Archivfoto: dapd)

Polizisten stehen in Maiduguri Wache (Archivbild)

Zu den Anschlägen kam es in und um Damaturu, der Hauptstadt des Staates Yobe, wie der Rot-Kreuz-Mitarbeiter Ibrahim Bulama am Samstag (05.11.2011) erklärte. Zu den Anschlägen bekannte sich ein Sprecher der islamistischen Sekte Boko Haram. Zugleich kündigte er weitere Anschläge auf Regierungseinrichtungen an, "solange die Sicherheitskräfte nicht aufhören, unsere Mitglieder und Zivilisten zu verfolgen".

Im Visier der Islamisten: Polizei und Kirchen

Die Angreifer hätten am Freitagabend in dem mehrheitlich christlichen Stadtviertel mit dem Namen Jerusalem Bombenanschläge auf das Polizeihauptquartier, zwei Polizeiwachen und sechs Kirchen in Damaturu verübt, berichteten Augenzeugen am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Begonnen habe die Anschlagsserie mit der Explosion einer Autobombe vor einem dreistöckigen Gebäude der Stadt, das von den Streitkräften genutzt wurde. Viele Wachmänner seien dabei ums Leben gekommen. Später zogen nach Angaben von Rot-Kreuz-Mitarbeiter Bulama bewaffnete Männer durch die Stadt, sprengten eine Bankfiliale und griffen mindestens drei Polizeiwachen und einige Kirchen an. Die Gebäude wurden zerstört. In der Nacht überfielen Männer ein Dorf in der Nähe der Hauptstadt und töteten nach Angaben von Augenzeugen mindestens zwei Menschen.

Weitere Angriffe im Osten

Die Anschläge ereigneten sich wenige Stunden nach einem Selbstmordattentat in der Stadt Maiduguri, die rund hundert Kilometer östlich von Damaturu gelegen ist. Maiduguri ist die Hauptstadt des Bundesstaates Borno und gilt als Hochburg der Sekte Boko Haram. Auch in Maiduguri waren eine theologische Ausbildungsstätte und ein Militärstützpunkt das Ziel. Der Polizeichef erklärte, vier Menschen seien getötet worden.

Nigeria ist zwischen dem mehrheitlich muslimischen Norden und dem überwiegend von Christen besiedelten Süden gespalten. Zwischen den Religionsgruppen bestehen seit langem Spannungen, die immer wieder in Gewalt münden. Ein 2009 von Boko Haram in Maiduguri initiierter Aufstand wurde von der Armee blutig niedergeschlagen.

Die Boko-Haram-Sekte strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden des Landes an und wird für zahlreiche Anschläge im muslimischen Norden Nigerias verantwortlich gemacht. Im vergangenen Jahr wurden dabei mehr als 240 Menschen getötet. Die Sekte bekannte sich bereits im August zu einem Selbstmordanschlag auf den Sitz der Vereinten Nationen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, bei dem 24 Menschen getötet wurden.

Autorin: Julia Elvers-Guyot (dapd, afp, dpa)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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