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Aktuell Nahost

Über 50 Tote bei US-Luftangriff in Syrien

Bei einem US-Luftangriff auf die IS-Terrormiliz sind über 50 Zivilisten getötet worden. Möglicherweise hatten die Extremisten die Menschen als lebende Schutzschilde missbraucht.

Bei dem US-Luftangriff auf das Dorf Bir Mahli in der Nähe der Stadt Kobane im Norden Syriens sind nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 52 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern seien auch sieben Kinder gewesen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. 13 Menschen würden noch unter den Trümmern vermisst.

Pentagon schweigt

US-Kampfjets hatten nach Angaben der Aktivisten das Dorf unter Kontrolle der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angegriffen. Auch Kämpfer der Extremisten seien getötet worden. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der IS die Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. Zunächst war von zusammengerechnet 90 Toten und Verletzten die Rede gewesen.

Das Pentagon in Washington hatte am Freitag bestätigt, dass in sechs Luftangriffen sieben IS-Stellungen und ein Fahrzeug der Miliz zerstört wurden. Über zivile Opfer machte das US-Verteidigungsministerium keine Angaben.

Die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren seit September vergangenen Jahres regelmäßig Stellungen des IS in Syrien und im Irak. Die Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei war im vergangenen Sommer monatelang umkämpft, bis sie von kurdischen Milizen mit US-Luftunterstützung von der US-Herrschaft befreit wurde.

Anti-IS-Koalition siegessicher

Unterdessen gibt sich das Anti-IS-Bündnis weiter siegessicher. "Dieser Plan wird die Niederlage des IS herbeiführen", sagte der britische Brigadegeneral Gary Deakin nach Ende eines Strategietreffens von mehr als 300 Militärvertretern aus 39 Ländern in Tampa im US-Bundesstaat Florida. Dort hat das US-Zentralkommando seinen Sitz, das die Angriffe gegen die Dschihadisten koordiniert.

"Am Boden haben irakische Kräfte die Ausbreitung des IS gestoppt und drängen ihn zurück", sagte der französische Generalmajor Bernard Commins. Es ist die dritte Runde dieser Art binnen eines Jahres, das vom US-Zentralkommando ausgerichtet wurde. Zu künftigen Angriffsplänen des internationalen Bündnisses gegen den IS wurde wie gewohnt nichts bekannt. Das US-Zentralkommando teilte mit, zwölf Länder der Koalition hätten bislang mehr als 3600 Luftangriffe im Irak und in Syrien geflogen. Im Irak beteiligten sich daran Staaten wie Australien, Belgien, Dänemark, Jordanien und Frankreich. In Syrien bombardierten neben den USA und Kanada auch mehrere arabische Länder IS-Ziele. Als Teil des Bündnisses hat Deutschland unter anderem kurdische Kämpfer im Nordirak ausgebildet.

cr/gmf (dpa, afp)