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Nahost

Über 50 Tote bei Terroranschlägen im Irak

Bei mehreren Sprengstoffanschlägen sind im Irak mehr als 50 Menschen getötet worden. Die beiden schlimmsten Explosionen ereigneten sich auf einem Markt in Bagdad und an einer Meldestelle für Armeefreiwillige in Hilla.

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Wieder kamen im Irak Dutzende von Menschen durch Attentate ums Leben

Bei der Explosion auf dem Al-Schuridscha-Markt in der Innenstadt von Bagdad starben am Mittwoch (30.8.2006) 26 Menschen. 57 weitere Iraker wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Schurdscha ist einer der größten Märkte im Irak und der älteste in Bagdad. Die Opfer waren größtenteils Straßenhändler und ihre Kunden. Im Stadtteil Al-Alwija explodierte eine Autobombe an einer Tankstelle. Dabei wurden laut Augenzeugen drei Polizisten getötet.

Vor einem Rekrutierungsbüro in Hilla südlich der Hauptstadt starben mindestens zwölf Freiwillige, die sich für den Dienst bei der Armee melden wollten. Ein Mann habe sich als möglicher Rekrut ausgegeben und ein Fahrrad mit einer Bombe vor dem Büro abgestellt, berichtete die Polizei. Dann sei er verschwunden, bevor der Sprengsatz explodierte. 38 Menschen wurden verletzt. Hilla war im Februar 2005 Schauplatz eines der schlimmsten Anschläge im Irak. Damals wurden 125 Rekruten der Nationalgarde und der Polizei getötet.

Drei weitere Zivilisten starben in der nordirakischen Stadt Kirkuk, als sich ein Selbstmordattentäter in einem Linienbus in die Luft sprengte. Nach Polizeiangaben trug der Attentäter möglicherweise einen Sprengstoffgürtel.

Amerikaner richten Appell an Iraker

Die US-Marineinfanterie greift angesichts der ausufernden Gewalt derweil zu neuen Methoden. In den Rebellenhochburgen der westlichen Anbar-Provinz richteten die Soldaten am Mittwoch nach Angaben von Anwohnern folgenden Appell an die Bewohner von Ramadi, Al-Kaim, Hit und Falludscha: "Verehrte Bürger, die US-Armee will aus dem Irak abziehen und jeder Soldat will zu seiner Familie in den Vereinigten Staaten zurück, denn auch wir haben Kinder und Familien, so wie Ihr. Deshalb schießt keine Raketen mehr ab und greift unsere Patrouillen nicht mit Sprengsätzen an, denn dies verhindert den Abzug der Truppen aus Eurem Land."

Nach Angaben des US-Militärkommandos vom Mittwoch wurde am Dienstag (29.8.) ein Marineinfanterist in der Anbar-Provinz getötet, ein weiterer Soldat kam gleichentags südwestlich von Bagdad ums Leben.

USA erwarten baldige Übergabe der Sicherheitsverantwortung

Trotz der anhaltenden Gewalt sehen die USA gute Chancen auf eine Übergabe der Sicherheitsverantwortung in irakische Hände bis Ende nächsten Jahres. Der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, erklärte am Mittwoch in Bagdad, er gehe davon aus, dass die irakischen Sicherheitskräfte in den kommenden 12 bis 18 Monaten so weit seien, dass sie nur noch eine geringe Unterstützung der internationalen Koalition bräuchten.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat bereits angekündigt, dass seine Sicherheitskräfte innerhalb von 18 Monaten die Sicherheitsverantwortung in allen Provinzen des Landes übernehmen wollten.

Südkorea teilte unterdessen mit, bis Mitte September 650 Soldaten abzuziehen. Insgesamt sollen bis Ende des Jahres 1000 der 3200 Südkoreaner nach Hause zurückkehren. Der Abzug begann bereits im Mai. (je)

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