Über 50 Tote bei Anschlagsserie in Somalia | Aktuell Afrika | DW | 29.02.2016
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Aktuell Afrika

Über 50 Tote bei Anschlagsserie in Somalia

Der Krisenstaat Somalia kommt nicht zur Ruhe: Wieder hat die al-Shabaab-Miliz zugeschlagen. Es gibt viele Opfer. Die Regierung will nun hart gegen die Islamisten durchgreifen.

Somalia Anschlag Explosion in Baidoa

Die Trümmer nach dem Anschlag in Baidoa

Innerhalb von drei Tagen sind bei einer Serie von Anschlägen in Somalia mindestens 55 Menschen getötet worden. Mindestens 100 Menschen wurden nach offiziellen Angaben bei den Explosionen in der Hauptstadt Mogadischu am Freitagabend und in der Stadt Baidoa am Sonntag verletzt. Die Regierung des ostafrikanischen Landes macht die islamistische al-Shabaab-Miliz dafür verantwortlich.

Als Reaktion auf die Terrorserie setzte Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamoud eine Sondersitzung der Regierung an. Dabei sollte über "schnelle Vergeltungsmaßnahmen" gegen die Miliz beraten werden, hieß es. So solle das Militär beauftragt werden, die Terroristen aus Gebieten im Zentrum und Süden des Landes zu verdrängen, die von den Islamisten kontrolliert werden. Bereits am Sonntag hatte die Regierung angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen im Land zu verschärfen. Sicherheitskräfte würden al-Shabaab nun "an der Front bekämpfen", hieß es. Der Geheimdienst werde dafür eng mit regionalen und nationalen Sicherheitskräften zusammenarbeiten. Sicherheitsminister Abdirisak Omar Mohamed forderte das Parlament auf, ein Gesetz zur Terrorismusbekämpfung zu verabschieden. Dadurch sollen die Befugnisse der somalischen Sicherheitskräfte erweitert werden.

Neben den nationalen Reaktionen kündigte auch die Afrikanische Union (AU) an, den Kampf gegen die Terrormiliz zu intensivieren. Auf einem Gipfeltreffen afrikanischer Regierungen im benachbarten Dschibuti wurde beschlossen, die Militärmission Amisom zu verstärken. Dabei sollen die Ausbildung somalischer Truppen und die Stabilisierung befreiter Gebiete im Vordergrund stehen.

Somalia Anschlag Explosion in Baidoa

Anschlagsziele waren beliebte Restaurants

Selbstmordattentat und Autobombe

Bei den jüngsten Anschlägen in der Stadt Baidoa im Südwesten des Landes waren am Sonntag mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden handelte es sich ausschließlich um Zivilisten. Mindestens 61 Menschen wurden verletzt. Ein Selbstmordattentäter hatte sich in einem beliebten Restaurant in die Luft gesprengt. Außerdem explodierte eine Autobombe, während in einer Kneipe ein Fußballspiel übertragen wurde.

Schon zwei Tage zuvor hatte die Terrorgruppe bei einem Anschlag auf ein Luxushotel und eine Parkanlage in Mogadischu mindestens 25 Menschen getötet und mehr als 40 Personen verletzt. Unter den Opfern sollen Politiker, Soldaten und Beamte sein.

Jahrelanger Kampf

Die al-Shabaab-Miliz kämpft seit Jahren in Somalia für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates. Dafür verübt sie immer wieder Anschläge auf Regierungseinrichtungen oder Hotels. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen um die Vorherrschaft in dem armen Land am Horn von Afrika. Derzeit sind etwa 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union in dem Land stationiert und unterstützen die international anerkannte Regierung. Es gelang ihnen in den vergangenen Jahren weitgehend, die Rebellen aus der Hauptstadt und weiteren Städten zu vertreiben. Dennoch kontrolliert die Miliz noch immer mehrere ländliche Regionen.

wo/as (dpa, afp)