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Katastrophen

Über 100 Tote bei Erdbeben auf Sumatra

Nach dem schweren Erdbeben in der Provinz Aceh versuchen tausende Hilfskräfte - unter ihnen viele Freiwillige - den Schaden in der Unglücksregion zu begrenzen. Es fehlt dort besonders an Ärzten und Medikamenten.

Nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 100 Toten sind die Bewohner lange noch nicht zur Tagesordnung übergegangen. Tausende verbrachten die Nacht nach dem Erdbeben im Freien oder in improvisierten Notunterkünften. Viele sind obdachlos geworden oder fürchten sich aus Angst vor Nachbeben davor, in ihre Häuser zurückzukehren. Ein großes Aufgebot an Hilfskräften ist nach wie vor bemüht, den Schaden zu begrenzen. 1500 Soldaten, Rettungskräfte und Freiwillige suchen weiter in den Trümmern der eingestürzten Häuser nach Überlebenden. Dabei nutzen die Hilfskräfte auch Ortungssysteme, die Handy-Signale erfassen. Besonders in der Region Pidie Jaya, nahe des Epizentrums, wird intensiv nach Überlebenden gesucht.

Die Unterstützung ist groß

Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration Paul Dillon berichtet: "Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind in das Erdbebengebiet ausgeschwärmt mit so viel Reis, Nudeln, Decken und anderen Hilfsgütern wie sie tragen können". Auch erste Hilfslieferungen der indonesischen Regierung trafen ein: Generatoren, Zelte, Betten und Leichensäcke wurden bereits in die Region geschafft. Außerdem errichtete das Militär provisorische Krankenhäuser und stellt seine Ärzte zur Verfügung. Das Rote Kreuz hat mit Wasser befüllte Lastwagen in die Unglücksregion entsendet. Trotzdem fehle es immer noch an Nahrung, Trinkwasser, Medizin und Decken, so der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Puteh Manaf.

Die indonesischen Behörden bitten unterdessen um weitere Hilfen für die Versorgung der Verletzten. Über 700 Menschen seien bei dem Beben vom Mittwoch verletzt worden, viele von ihnen schwer, erklärte die Katastrophenschutzbehörde in Jakarta. In dem am schlimmsten getroffenen Bezirk Pidie Jaya in der Provinz Aceh fehlten Medikamente und Ärzte. "Wir brauchen Chirurgen und Orthopäden, weil die meisten Verletzten Brüche erlitten haben", sagte der Verwaltungsvize-Chef von Pidie Jaya. Caritas international stellt für die Versorgung Soforthilfen in Höhe von 30.000 Euro bereit. Partner vor Ort könnten damit dringend benötigte Hilfsgüter wie Nahrung, Trinkwasser, Hygieneartikel und Zelte verteilen, sagte der Leiter der katholischen Hilfsorganisation, Oliver Müller, in Freiburg.

Das Beben der Stärke 6,5 hatte in vielen Menschen die Erinnerung an die Katastrophe von Weihnachten 2004 geweckt: Damals hatte ein durch ein heftiges Seebeben ausgelöster Tsunami an den Küsten des Indischen Ozeans allein in Indonesien mehr als 170.000 Menschen in den Tod gerissen, viele davon auch in der Provinz Aceh.

Erbeben in Westchina

Auch in der westchinesischen Region Xinjiang ereignete sich ein Erdbeben. Die Stärke der Erschütterung wird von 5,9 bis 6,2 angegeben.  Einen Zusammenhang mit dem Erdbeben in Indonesien wurde bisher nicht festgestellt. Angaben zu Zerstörungen oder möglichen Opfern gibt es bislang nicht. Die betroffene Region liegt unweit der westlichen Nachbarn Chinas, der ehemaligen Sowjetrepubliken Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan.
 

db/mak  (ap,afp,dpa)