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Kultur

Österreichischer Ski-Verband um Klärung im Doping-Fall bemüht

Nach seiner spektakulären Flucht ist der zunächst festgenommene österreichische Biathlon-Trainer Walter Mayer wieder auf freiem Fuß. Die unter Doping-Verdacht stehenden Biathleten Perner und Rottman bleiben verschwunden.

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Walter Mayer nach seiner Festnahme

Olympia Turin - Biathlon Perner Doping-Razzia

Wolfgang Perner

Der am Sonntag vom österreichischen Ski-Verband (ÖSV) entlassene Biathlon-Trainer Walter Mayer ist von der österreichischen Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Dies berichtete das ORF-Radio am Montag (20.1.2006). Die verschwundenen Biathleten Wolfgang Rottmann und Wolfgang Perner wurden am Sonntagabend aus dem österreichischen Team für die Olympischen Winterspiele in Turin ausgeschlossen. Mit dieser Entscheidung reagierte die Teamführung darauf, dass beide ohne Abmeldung bei der Mannschaftsleitung die Olympia-Region verlassen hatten.

Flucht in Panik?

Doping Olympia Turin Trainer Walter Mayer nach Fluchtversuch gestellt

Mayers Wagen wird am Sonntag abgeschleppt

Derweil bemühte sich Österreichs Ski-Verband (ÖSV) um Aufklärung im Fall der beiden zeitweise verschwunden Sportler. "Offiziell hätten sie am Sonntag sowieso abreisen können", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Sie seien jedoch einfach ohne Bescheid zu sagen abgehauen. Dies sei nicht akzeptabel. "Vielleicht hatten sie Angst vor der Polizei, das wissen wir nicht. Sie haben Kontakt aufgenommen und wir werden darüber reden." Das klärende Gespräch stand jedoch noch aus. Italiens Behörden ermitteln gegen Mayer, Rottmann und Perner wegen Dopings. Aufgrund der strengen Antidopinggesetze des Landes könnte ihnen in Italen Gefängnis drohen. Die Sportler waren die größten Hoffnungen für die Biathlon-Staffel am Dienstag. Perner, Olympiadritter 2002, hatte im von Sven Fischer gewonnenen Sprint trotz hoher Startnummer 87 Platz vier belegt. Rottmann war Weltmeister 2000 über 20 km.

Die italienische Polizei hatte die Unterkünfte der österreichischen Langläufer und Biathleten am Samstagabend durchsucht. Bei einer der Razzien sei einer der Athleten beobachtet worden, wie er "benutzte medizinische Ausrüstung" aus einem Fenster geworfen habe, hieß es in Polizeikreisen. Zehn Sportler mussten noch in der Nacht zum Sonntag zur Doping-Kontrolle.

Doping-Alarm wegen Mayer

Doping Olympia Turin Wolfgang Rottmann

Wolfgang Rottmann

Anlass der Razzien war ein Hinweis wonach Mayer die Athleten besucht hatte. Das sei Grund genug zur Sorge gewesen, sagte ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Mayer wurde wegen seiner Verwicklung in einen Blutdoping-Skandal bei den Spielen in Salt Lake City vor vier Jahren von der Olympia-Teilnahme in Turin ausgeschlossen. Er wies damals jede Schuld von sich.

Mayer war auf der Rückreise aus Italien in Kärnten in Polizeigewahrsam genommen worden. Er hatte in dem Ort Paternion in seinem Auto geschlafen. Die Polizei wurde von Anwohnern "auf eine Person in einem abgestellten Auto" hingewiesen. Daraufhin wurden Beamte geschickt. Als sie den Salzburger aufweckten und befragen wollten, startete der Coach nach Angaben der Polizei sein Fahrzeug und raste davon.

In Polizeisperre gerast

Die Beamten riefen Verstärkung, zudem wurden Straßensperren errichtet. Mayer ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und raste ungebremst in ein Polizeiauto. Bei der Kollision wurden die beiden Autos total zerstört, in dem Polizeifahrzeug hatte sich niemand befunden. Spekulationen, wonach die Polizei den Trainer auf Grund eines angeblichen Haftbefehls der italienischen Justiz gesucht und festgenommen habe, wurden von den Behörden als haltlos bezeichnet. Es habe sich um einen "ganz normalen Routinevorgang" gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat nun die Freilassung angeordnet. Allerdings wurde der 48-Jährige, der als Privatperson bei den Olympischen Winterspielen im Piemont anwesend war, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und verschiedener Verkehrsdelikte angezeigt. Der 48-jährige Mayer verweigerte eine Alkoholkontrolle. Daher gilt er laut Polizeivorschriften in Österreich als Autofahrer mit mindestens 1,6 Promille Alkohol im Blut. (stu)

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