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Kunst

Österreichischer Karikaturist Manfred Deix ist tot

Manfred Deix zeichnete und kommentierte auf skurrile Art und Weise. Der Durchschnittsbürger war das Lieblingsmotiv des politischen Karikaturisten aus Österreich. Doch er hatte auch ein Herz für Tiere.

Der österreichische Zeichner und Karikaturist Manfred Deix starb am Samstag im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit. "In erster Linie war er politischer Karikaturist, aber er zählte mit Sicherheit zu den ganz großen Künstlern Österreichs", sagte der Direktor des Karikaturmuseums Krems, Gottfried Gusenbauer.

Manfred Deix war an der Gründung des 2001 gegründeten Museums Krems beteiligt. Er zählte zu den populärsten satirischen Zeichnern im deutschsprachigen Raum und hatte seit den 1970er-Jahren zahlreiche Karikaturen und Titelbilder entworfen, darunter auch für bekannte deutsche Magazine wie "Stern" und "Spiegel" oder die Satiremagazine "Pardon" und "Titanic".

Deix karikierte das Kleinbürgertum

Manfred Deix vor einer seiner Karikaturen. Randbild, People / Fotoshooting (c) Imago/Hoffmann

Für die Ausstellung "Die Welt des Manfred Deix" posierte der Karikaturist 2004 vor einer seiner Karikaturen

Dabei nahm Deix besonders gerne das Kleinbürgertum aufs Korn. Ob Verliebte, Kirchenmänner oder Neonazis - sie alle hat er mit spitzer Feder entblößt. "Man hat mir oft Geschmacklosigkeit und Brutalhumor vorgeworfen, aber wer, wenn nicht der Satiriker, soll die Dinge beim Namen nennen?", erwiderte Deix seinen Kritikern.

Die Menschen, die Deix darstellt, sind dick, verzerrt, oft mit wulstigen Lippen und hoher Stirn, die Nase mal knollig, dann wieder langgezogen spitz. Wer die Figuren einmal gesehen hat, erkennt sie immer wieder. In den Duden gingen sie sogar als "Deix-Figuren" ein. Die Leser mochten die drastisch verzerrten Gestalten, deren Geschichten er in zahlreichen Cartoonbänden veröffentlichte.

Trauer um einen Freund der Wahrheit

Manfred Deix wurde 1949 in St. Pölten in Österreich geboren. Sein zeichnerisches Talent zeigte sich schon in seiner Kindheit. So hatte er in der "Niederösterreichischen Kirchenzeitung" bereits mit elf Jahren eine eigene wöchentliche Comic-Strip-Serie. 1965 studierte Deix zunächst an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, später dann an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Hannover Wilhelm-Busch-Museum Manfred Deix Karikatur von zwei Leuten gehalten. (c) picture-alliance/dpa/F. Gentsch

Deix Bild "Frisch verlobt" von 2007 wird im Wilhelm-Busch-Museum Hannover aufgehängt

Mit "Cartoons" erschien 1980 der erste Deix-Sammelband in Buchform. Es folgten weitere Bände wie "Der dicke Deix" oder "Der goldene Deix". Ein Band trägt sogar den Titel "Der heilige Deix", denn trotz seiner Kindheitserfolge in einer Kirchenzeitung nahm Deix auch bei seiner Kirchenkritik kein Blatt vor den Mund und zeichnete gerne lüsterne Kirchenvertreter. "Er zeigte uns, dass das Werk des Schöpfers nur so strotzt von Fehlern, Peinlichkeiten und Schnitzern", sagt sein Weggefährte Gottfried Helnwein. Und Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer meint: "Es gab und gibt viele Tabus und unangenehme Wahrheiten, die man nicht ansprechen durfte oder konnte. Hier hat uns Deix mit seinen Bildern die Augen geöffnet."

Im Karikaturenmuseum im österreichischen Krems sind derzeit 80 Klassiker und neue Blitzzeichnungen mit dem Kohlestift von Manfred Deix zu sehen. Darunter auch seine Tierbilder, denn der Tierfreund Deix liebte vor allen Katzen über alles. Die Ausstellung ist unter dem Titel: "Für immer Deix" bis zum Januar 2017 zu sehen.

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