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Aktuell Europa

Österreich soll ausländische Skilehrer diskriminiert haben

Die Alpenrepublik landet wegen zweifelhafter Arbeitsauflagen für ausländische Skilehrer vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Skilehrer würden in den Bundesländern Tirol und Steiermark bei ihrer Arbeit eingeschränkt.

So sei in Tirol vorgeschrieben, dass ausländische Skilehrer direkt vor Ort keine Schüler annehmen dürfen. Dadurch würden die Lehrer benachteiligt, erklärte die EU-Kommission in Brüssel. In Tirol können demnach ausländische Skilehrer nur Schüler unterrichten, die mit ihnen aus dem Ausland angereist sind. Das verstoße gegen die Dienstleistungsfreiheit der EU, erklärte die EU-Kommission.

Auch Skischulen in der Steiermark schränken nach Ansicht der Brüsseler Behörde die Arbeit ausländischer Lehrer ein. Dort würden bestimmte berufliche Qualifikationen wie etwa Skilauf für Behinderte nicht anerkannt. Die EU-Kommission sei aber ebenfalls der Ansicht, "dass der Beruf des Skilehrers eine angemessene Ausbildung und Qualifikation erforder"".

Klageandrohung besteht seit zwei Jahren

Bereits im Juli 2014 hatte die EU ihre Bedenken geäußert und mit einer Klage gedroht. Eine weitere Mahnung erfolgte im Juli 2015, da keine Schritte in Österreich erfolgten. In die österreichischen Skigebiete strömen jedes Jahr Millionen von Touristen.

Gerangel um Standards

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) verteidigte bereits damals das Skischulgesetz seines Bundeslandes. Es handle sich nicht um mutwillige Hürden, sondern um sachlich gerechtfertigte Unterscheidungen. Überrascht über die Androhung aus Brüssel zeigte sich Platter dementsprechend nicht. Vielmehr sagte er, dass er die Klage bereits erwartet habe. Sobald sie schriftlich vorliege, werde sie analysiert bevor man weitere Schritte festgelege. Allerdings schränkte Platter direkt ein, dass man einen Abbau der Sicherheits- und Qualitätsstandards, die seit Jahrzehnten in Tirol aufgebaut wurden, von ausländischen Ski-Schulen nicht akzeptieren werde.

cgn/sc (dpa, rtr, rtre, orf.at)

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