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Fußball

Österreich schlagen und EM-Ticket lösen

Mit einem Sieg gegen Österreich kann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorzeitig die Qualifikation zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine perfekt machen. Dabei hat Bundestrainer Joachim Löw sogar ein Luxusproblem.

Das offizielle Logo der UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Im Hintergrund die St. Michael Kathedrale im Zentrum von Kiew in der Ukraine. (Foto: AP Photo/Efrem Lukatsky)

Das Ziel ist klar am Freitag (20.45 Uhr MESZ) in der ausverkauften Gelsenkirchener Fußball-Arena: Den Erzrivalen aus Österreich schlagen, damit als makelloser Tabellenführer der Gruppe A vorzeitig die elfte EM-Teilnahme perfekt machen und dann im Sommer 2012 Spanien den Europameistertitel abjagen. Noch fehlt der deutschen Nationalmannschaft auf dem Weg zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine ein Sieg, dieser eine Sieg.

Historischer Erfolg vor Augen

Philipp Lahm, Kapitän der deutschen Fußball Nationalmannschaft, antwortet lächelnd auf Fragen von Journalisten. (Foto: Bernd Weißbrod dpa)

Optimistisch: Kapitän Lahm

Wirkliche Zweifel an der frühzeitigen Qualifikation und einem historischen Erfolg gibt es nicht. "Ich sehe unsere Mannschaft stark und dominant genug. Ich glaube, dass wir nichts anbrennen lassen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir uns qualifizieren", sagte dann auch Bundestrainer Joachim Löw und ergänzte: "Die Mannschaft ist fokussiert auf Österreich. Die Konzentration ist hoch." Mit einem Erfolg gegen die mit mehreren Bundesliga-Legionären besetzten Österreicher würde das DFB-Team auch einen 30-Jahre-Rekord einstellen.

Nur auf dem Weg zur WM 1982 hatte Deutschland bislang mit acht Siegen eine sehr gute Bilanz. Die will Philipp Lahm mit weiteren Erfolgen im Oktober in der Türkei und gegen Belgien und dann zehn Siegen sogar noch toppen. "Das ist unser Anspruch und unser Ziel, dass wir perfekt vorbereitet in die EM gehen", sagte der Kapitän. Auch sein "Vize" Bastian Schweinsteiger hat Lust auf diese Bestmarke. "Wir sind ungeschlagen in der Gruppe, wir sollten es bleiben und das Ziel vor Augen haben, mal eine komplette Qualifikationsrunde ohne Punktverlust zu überstehen", sagte der Bayern-Profi.

Schwerere Brocken als die Österreicher - denen Löw "sehr, sehr gute Leistungen gegen starke Mannschaften" attestierte - werden bald kommen. So wäre die DFB-Auswahl nach momentanem Stand trotz der jüngsten Erfolge bei der EM-Auslosung am 2. Dezember in Kiew nicht als Gruppenkopf gesetzt. Somit drohen im kommenden Sommer in Polen und der Ukraine frühe EM-Duelle gegen Spanien oder den Erzrivalen Niederlande. "Für mich ist es wichtig, dass wir uns richtig vorbereiten und gewappnet sind für die EM", betonte Löw auch deswegen.

Die Qual der Wahl

Bundestrainer Joachim Löw (r.) spricht auf dem Rasen zu seinen Nationalspielern. (Foto: apn Photo/Christof Stache)

Schwierige Aufgabe: Bundestrainer Joachim Löw (r.) muss den besten Kader für die EURO 2012 finden

Auf fast allen Positionen bieten sich dem DFB-Chefcoach mittlerweile Alternativen. "Wir haben ein Klassepotenzial von jungen Spielern, die gut ausgebildet sind. Wir haben uns fußballerisch enorm entwickelt. Es hat die größte Priorität, dass wir uns auf diesem Weg weiterentwickeln und bei diesem Turnier weiter entwickeln", forderte Löw. Auch Abwehrmann Per Mertesacker staunt über die neue Breite im Kader, die für ihn selbst zur Herausforderung wird. "Wir sind super besetzt. So eine Luxussituation habe ich noch nie miterlebt", sagte der Verteidiger, der sich mit seinem spektakulären Wechsel zu Arsenal London einen Jugendtraum erfüllt hat.

Per Mertesacker auf dem Rasen in Aktion im Trikot von Werder Bremen. (Foto: apn Photo/Joerg Sarbach)

Von Bremen zu Arsenal: Verteidiger Per Mertesacker

Schon jetzt ist der Kampf um die 23 EM-Tickets in vollem Gange. Wie gut die deutsche Elf inzwischen aufgestellt ist, zeigt auch die Tatsache, dass Löw gegen die Österreicher in der Startelf auf den Dortmunder Mario Götze verzichtet. Der 19-Jährige war noch vor drei Wochen beim 3:2-Sieg gegen Brasilien als Jahrhundert-Talent gepriesen worden. Für Götze wird wieder Mesut Özil ins Team rücken, der gegen den Rekordweltmeister geschont wurde.

Es gibt aber noch weitere Härtefälle. Selbst gestandene Nationalspieler wie Mertesacker und Lukas Podolski dürfen sich ihrer Sache nicht mehr allzu sicher sein, auch wenn sie gegen Österreich wohl von Beginn an auf dem Platz stehen werden. Spieler wie Mats Hummels oder Andre Schürrle drängen mit Vehemenz nach. Auch Benedikt Höwedes gehört zur aufstrebenden jungen Generation. Der Schalker wird am Freitag bei seinem Heimspiel in Gelsenkirchen auf der rechten Seite verteidigen. Darauf legte sich Löw fest. Ebenso erhält der Münchner Toni Kroos neben seinem Vereinskollegen Bastian Schweinsteiger eine erneute Bewährungschance im Mittelfeld.

Dass Löw inzwischen "25 bis 30 Spieler zur Verfügung hat, die auf hohem internationalen Niveau spielen können", bewertete Schweinsteiger sehr positiv: "Wir wollen den maximalen Erfolg, da brauchen wir diesen Konkurrenzkampf. Das steigert die Qualität."

Autor: Calle Kops (mit sid und dpa)

Redaktion: Wolfgang van Kann

Hinweis: DW-Radio überträgt das EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Österreich am Freitag (02.09.2011) live. Die Sondersendung beginnt um 20.10 Uhr MESZ.

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