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Politik

Ölpreis steigt trotz Krisentreffen immer weiter

Ungeachtet des jüngsten Krisentreffens im saudi-arabischen Dschidda steigt der Ölpreis immer weiter. Analysten sehen den Ölpreis schon bei 300 Dollar je Barrel.

Minister Glos auf dem Krisentreffen in Dschidda(AP Photo/Hasan Jamali)

Minister Glos ruft zum Energiesparen auf

Die Hoffnungen auf sinkende Preise währten nur kurz: Am Montag (23.06.08) kostete ein Barrel Leichtöl zeitweise mehr als 136 US-Dollar und damit über einen Dollar mehr als noch am Freitag. Auf dem Treffen hatten sich Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate bereit erklärt, ihre Ölförderung deutlich auszuweiten.

Glos ist mit Ergebnis von Dschidda zufrieden

An der Konferenz nahmen Vertreter von insgesamt 36 Staaten und 22 Öl-Konzernen teil. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, der für Deutschland nach Dschidda gereist war, zog dennoch ein positives Fazit. Er rechne damit, dass von der Konferenz ein deutliches Signal zur Beruhigung der Preisentwicklung ausgehe. Hoffnung auf kurzfristige Effekte machte er aber nicht. "Das ist mit dem Ölhahn nicht so wie mit dem Wasserhahn, dass man kurz aufdreht und wieder zudreht und dann die Wirkung sofort da ist", sagte er im Deutschen Fernsehen. Ein wesentlicher Grund für die kräftig gestiegenen Spritpreise sei, dass über Jahre zu wenig investiert worden sei, und zwar nicht nur in Förderung und Erschließung neuer Ölvorkommen, sondern auch in Raffinerien. Glos rief außerdem dazu auf, sparsamer mit Öl und Gas umzugehen,

Ifo-Institut schlägt Alarm

Dass die Preis-Entwicklung gravierende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat, belegen die ebenfalls am Montag vorgestellten Zahlen des Münchner Ifo-Instituts. Der Geschäftsklimaindex sank von 103,5 Zählern im Mai auf 101,3 Punkte - der niedrigste Wert seit Dezember 2005. Als Grund für die deutlich eingetrübten Konjunkturaussichten nannte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die hohen Ölpreise. Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer in Deutschland.

Die Ölförderstaaten sind ebenfalls besorgt über steigende Preise.

Die Ölförderstaaten sind ebenfalls besorgt über steigende Preise.


In Dschidda hatten die Förderstaaten die Schuld an den derzeit hohen Ölpreisen abermals zurückgewiesen. Verantwortlich für die Preisexplosion beim Rohöl seien vor allem Spekulationen, und die steigende Nachfrage vor allem in China, Indien und den USA. Die Ursachen für die immer neuen Rekordpreise sind in der Tat vielfältig. Zum einen steigt die weltweite Nachfrage immer weiter, bei gleichzeitig schwindenden Ressourcen. Auf der anderen Seite boomen Spekulationsgeschäfte am Energiemarkt weiter - ohne dass sich beziffern ließe, in welchem Ausmaß Spekulationen den Ölpreis beeinflussen. Außerdem gibt es regionale Gründe für steigende Preise, etwa die unsichere Lage in den Ölförderländern Irak und Nigeria.

Ölpreis künftig bei 300 Dollar?

Das französische Ölinstituts IFP prognostiziert deshalb, dass der Ölpreis bis zum Jahr 2015 der Ölpreis auf 300 Dollar pro Fass steigen könnte. "Das ist nicht ausgeschlossen", sagte IFP-Chef Olivier Appert im Sender France Inter. "Folglich ist es wünschenswert, sich darauf vorzubereiten", sagte Appert: "Aber vor allem müssen wir alles daran setzen, dass dieses Szenario nicht eintritt." (mm)

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