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Wirtschaft

Ölpreis klettert auf Rekordhoch

Der Ölpreis hat ein neues Rekordhoch erreicht. Grund für den Anstieg sind Sabotageakte und Spannungen mit dem Iran. Entscheidend auch: das Abschmelzen der Ölreserven wie sich in Indonesien zeigt.

Nigerianische Frau vor Gasflamme der Shell-Förderanlagen in Nigeria (2006, Quelle: AP)

Sabotageakte auf Ölfeldern in Nigeria sollen für das neue Rekordhoch verantwortlich sein

Ein Ende der Preisrallye ist vorerst nicht in Sicht. Bereits am Montagabend war US-Leichtöl im späten Handel über die Marke von 120 Dollar pro Fass (159 Liter) geklettert. Am Dienstag (6.5.2008) ging der Preis dann noch einmal rauf. Die Notierung für ein Barrel stieg im asiatischen Handel der New Yorker Rohstoffbörse auf 120,93 Dollar an.

Öl- und Gasfeld im Iran (Archiv, Quelle: AP)

Auch die Spannungen mit dem Iran sollen die Preise hochtreiben

Analysten begründeten den Preissprung mit dem schwachen Dollar und damit, dass in den USA ein steigender Energieverbrauch erwartet wird. Auch Sabotageakte an den Ölfördereinrichtungen des Shell-Konzerns in Nigeria und die anhaltenden Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran treiben den Ölpreis hoch. Außerdem sorge der anhaltende Energiehunger Chinas für einen Preisanstieg.

Auch das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich weiter. Am zentralen Handelsplatz in London stieg der Preis für ein Fass zwischenzeitlich um 19 Cent auf den Rekordwert von 118,18 Dollar. Innerhalb der vergangenen zwölf Monaten hat sich der Ölpreis fast verdoppelt.

"Viel Unsicherheit am Markt"

"Die geopolitischen Faktoren haben den aus dem schwachen Dollar resultierenden Preisauftrieb zuletzt noch deutlich verstärkt", sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow, der Nachrichtenagentur AP. Eine Prognose über die weitere Preisentwicklung wagte sie nicht. Es sei viel Unsicherheit im Markt.

Die Rekordjagd des Ölpreises bekommen in Deutschland vor allem die Autofahrer zu spüren. Für einen Liter Superbenzin wurden nach Angaben aus der Mineralölbranche vom Dienstag im Schnitt 1,44 Euro fällig. Diesel kostete 1,37 Euro je Liter.

Als Grund nannte die Branche die aus dem teuren Öl resultierenden hohen Beschaffungskosten am zentralen Markt für Diesel und Benzin in Rotterdam. Dort kostete die Tonne Superbenzin laut MWV am Dienstag 998 Dollar. Für eine Tonne Diesel mussten sogar 1133 Dollar bezahlt werden.

Indonesien will aus OPEC austreten

Indonesiens Präsident Susilo Bambang (Archiv, Quelle: AP)

Die OPEC ist Indonesiens Präsident Susilo Bambang zu teuer

Weiterer Grund für die stetig steigenden Preise ist neben den aktuellen geopolitischen Spannungen der Rückgang der weltweiten Ölreserven. Weil die eigene Ölförderung immer weiter sinkt, will das einzige asiatische Mitgliedsland der OPEC, Indonesien, nun möglicherweise aus dem Erdölkartell austreten. Indonesien fördere mittlerweile nur noch unter einer Million Barrel pro Tag und importiere selbst Rohöl, sagte Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono am Dienstag vor Journalisten. Deshalb werde nun geprüft, ob Indonesien noch in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bleiben müsse.

Um die Kosten für die OPEC-Mitgliedschaft zu sparen, hatten Regierungsberater bereits vor einigen Jahren einen Austritt empfohlen. Indonesien schloss sich dem Kartell 1962 an. Als Importland steht für Indonesien nun - entgegen den OPEC-Interessen - ein niedrigerer Ölpreis im Vordergrund. Die indonesische Erdölproduktion sinkt, weil die Ölquellen versiegen und nennenswerte Investitionen in die Industrie fehlen. (mg)

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