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Wirtschaft

Ölpreis, IBM und Kirch belasten Aktienmarkt

Am Frankfurter Aktienmarkt begann die Woche mit zum Teil starken Verlusten. Vor allem Technologiewerte und Bankentitel verzeichneten Einbußen.

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Die Kirch-Pleite: ein Grund für die Kursverluste

Der deutsche Aktienindex DAX verlor 1,5 Prozent auf 5180 Punkte. Am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 2,1 Prozent ab auf 959 Zähler.

Händler nannten verschiedene Gründe für die Kursverluste: steigende Ölpreise, die Pleite von Kirch und schlechte Unternehmensnachrichten aus den USA.

Irak hat Exportstop angekündigt

Auf dem Londoner Ölmarkt stieg der Preis für ein Barrel der Sorte Brent um mehr als fünf Prozent auf rund 27 US-Dollar, nachdem der Irak einen Exportstop angekündigt hatte. Dies habe unter anderem die Fluggesellschaften belastet, hieß es an der Börse. Lufthansa-Aktien verloren fast drei Prozent.

Schwach präsentierten sich auch die Finanzwerte im DAX. Deutsche Großbanken sind allesamt mit Krediten bei der Mediengruppe Kirch engagiert. Die Aktien der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank verloren jeweils rund zwei Prozent, die der Commerzbank gaben vier Prozent ab und waren damit Schlußlicht im DAX.

IBM auf Talfahrt

Am Nachmittag gab es dann noch schlechte Nachrichten aus den USA: eine Gewinnwarnung des Computerriesen IBM. IBM hatte mitgeteilt, im ersten Quartal 2002 nur noch einen Umsatz von rund 18 Milliarden Dollar zu erwarten. Auch der Gewinn je Aktie werde wohl deutlich unter den Schätzungen der Analysten liegen.

Ein Marktbeobachter sagte, dass die Investitionsneigung großer Unternehmen trotz der guten Konjunktursignale der letzten Wochen noch nicht sehr groß sei, insbesondere IT-Ausgaben würden verschoben.

Die IBM-Gewinnwarnung wirkte sich negativ auf die Technologiewerte im DAX aus. Die Aktien von SAP, Siemens und Epcos verloren jeweils zwischen zwei und drei Prozent. Nur Infineon konnte sich mit einem Minus von 0,2 Prozent vergleichsweise gut halten.

Post-Aktie Verlust von drei Prozent

Trotz Konjunkturflaute hat die Deutsche Post World Net AG im vergangenen Jahr gute Geschäfte gemacht. Die Post-Aktie verlor dennoch fast drei Prozent. Im Jahr 2001 konnte die Post AG ihren Umsatz um rund zwei Prozent auf 33,4 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn nach Steuern stieg um gut vier Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Post-Chef Klaus von Zumwinkel ist der Ansicht, dass die Bundesregierung in diesem Jahr keine weiteren Aktien des Unternehmens an die Börse bringen wird. Der Bund hält seit dem Börsengang der Deutschen Post im November 2000 noch 69 Prozent an der Post und will die Beteiligung langfristig ganz privatisieren. Eigentlich war der Verkauf weiterer Anteile in diesem Jahr vorgesehen.

Trotz der anhaltenden Flaute auf den Automobilmärkten konnte der Münchener Autobauer BMW im ersten Quartal des laufenden Jahres rund 17 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahreszeitraum. BMW bekräftigte auch seine Absatzprognose für das Gesamtjahr 2002. An der Börse schloß die BMW-Aktie mit einem ganz leichten Plus.

Der Rentenmarkt gab leicht nach

Der Rentenindex REX stieg um 0,13 Prozent auf 111,59 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,2 Prozent auf 105,65 Punkte. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,00 Prozent fest, drei Basispunkte unter dem Kurs vom vergangenen Freitag.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

adidas-Salomon 79,80 (- 0,20)
Allianz 267,50 (- 4,90)
BASF 46,78 (- 0,26)
Bayer 38,46 (- 0,73)
HypoVereinsbank 39,03 (- 0,72)
BMW 44,80 (+ 0,04)
Commerzbank 19,48 (- 0,82)
DaimlerChrysler 49,90 (- 0,60)
Degussa 36,20 (- 0,64)
Deutsche Bank 70,60 (- 1,80)
Deutsche Post 16,38 (- 0,46)
Deutsche Telekom 16,50 (- 0,32)
E.ON AG 57,99 (- 1,11)
EPCOS 49,31 (- 1,53)
Fresenius Med. Care 70,20 (+ 1,82)
Henkel 70,68 (+ 0,48)
Infineon Techno 23,60 (- 0,05)
Linde 56,39 (- 0,03)
Lufthansa 16,85 (- 0,47)
MAN 27,20 (- 0,42)
Metro 38,92 (+ 0,98)
MLP 72,02 (- 1,27)
Münchener Rück 282,30 (- 4,75)
Preussag 33,33 (- 0,80)
RWE 42,55 (- 0,60)
SAP 156,00 (- 4,10)
Schering 66,00 (- 1,45)
Siemens 69,41 (- 1,51)
ThyssenKrupp 17,59 (- 0,06)
VW 57,76 (+ 0,11)

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet:
0,8778 US-Dollar
115,61 jap. Yen
0,6118 brit. Pfund

  • Datum 08.04.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/24KQ
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