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Wirtschaft

Ölpreis, Euro und Finanzkrise machen deutscher Wirtschaft schlechte Laune

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr. Das Öl, der Euro und die Finanzkrise verderben die Laune. Die Unternehmer blicken pessimistischer in die Zukunft schlechter.

Ein Pantomime macht ein trauriges Gesicht

Ende der guten Laune in der deutschen Wirtschaft?

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Juli unerwartet deutlich von 101,2 auf 97,5 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Donnerstag (24.7.2008) mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit September 2005.

Die Forscher befragen jeden Monat rund 7000 Unternehmen, wie sie ihre aktuellen Lage einschätzen, und welche Erwartungen sie für die kommenden sechs Monate haben. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Grafik Ifo-Konjunkturtest

Ende des Aufschwungs, aber kein Abschwung

"Diese Ergebnisse legen nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Ein Abschwung befürchtet das Ifo-Institut aber nicht. "Der konjunkturelle Gipfel liegt zwar hinter uns, das Wachstum verlangsamt sich spürbar, eine Rezessionsgefahr sehe ich aber nicht", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Belastend wirkten vor allem der hohe Ölpreis und der starke Euro sowie indirekt über die wirtschaftliche Abschwächung in den USA auch die Finanzkrise. Der Konsum in Deutschland werde mau bleiben. Auch die Exporterwartungen der Firmen schwächten sich weiter ab, sagte Abberger.

Vor allem die Aussichten für die kommenden sechs Monate schätzten die befragten Manager pessimistischer ein. Sie gehen davon aus, dass sie weniger ins Ausland verkaufen können und wollen wegen der Aussichten auch weniger neue Mitarbeiter einstellen.
Die Stimmung verschlechterte sich quer durch alle Branchen - von der Industrie über den Handel bis zur Bauwirtschaft.

Kaltwalzwerk in Duisburg

Solide Lageeinschätzung auch in der Industrie

Deutsche Wirtschaft ist gut aufgestellt

Im Juli war der Index erstmals seit Ende 2005 unter die Marke von 100 Punkten gefallen. Viele Analysten gehen davon aus, dass er in den kommenden Monaten weiter fällt. Eine Rezession erwarten aber auch sie nicht. "Die Wirtschaft ist noch solide aufgestellt und die Lageeinschätzung noch relativ gut", sagte Commerzbank-Experte Matthias Rubisch. (ped)

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