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Kultur

Ölpest in Ost und West

In Kalifornien und an der russischen Schwarzmeerküste kämpfen die Menschen mit großflächigen Ölverschmutzungen, nachdem Frachtschiffe leck geschlagen waren. Die zuständigen Politiker ziehen erste Konsequenzen.

Vogelkopf wird von menschlichen Händen in lila Handschuhen gereinigt (Quelle: AP)

Die ersten Opfer: Tausende Seevögel sterben an der Ölverschmutzung

Als Folge der schweren Ölpest vor San Francisco hat der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Dienstag (13.11.2007) ein Fischfangverbot für die Region verhängt. "Als vordringlichste Aufgabe müssen wir das Öl so schnell wie möglich beseitigen, Meerestiere retten und vor allem die Gesundheit der Öffentlichkeit schützen", teilte Schwarzenegger mit. Mindestens bis Anfang Dezember sind die betroffenen Gewässer für den Fischfang gesperrt. Davon ist auch der saisonale Krabbenfang betroffen, der nach langjähriger Tradition in dieser Woche beginnen sollte.

Säuberung in Kalifornien dauert Monate

Gruppe von Arbeitern in gelben Anzügen auf einer weißen Plane. Zwischen ihnen weiße Plastiksäcke (Quelle: AP)

Helfer entfernen Ölklumpen am Strand in der Nähe von San Francisco

Am vergangenen Mittwoch hatte ein Frachtschiff einen Pfeiler der Bay Bridge zwischen San Francisco und Oakland gerammt. Seit dem Unglück liefen mehr als 220.000 Liter Öl aus dem Schiff ins Meer.

Der Ölteppich entlang der Pazifikküste hat bereits den Tod von mehr als 500 Vögeln verursacht. 715 verölte Vögel waren zum Abwaschen der klebrigen Substanz in ein Wildlife-Zentrum gebracht worden, nur 183 überlebten die Prozedur. Eine Woche nach dem Unglück waren noch mehr als 1500 Helfer an den verschmutzen Stränden im Einsatz. Es dürfte Monate dauern, bis die Küste und das Meer gesäubert sind.

Langes Aufräumen am Schwarzen Meer

Die in stürmischer See havarierten Öltanker und Schwefelfrachter haben an der russischen Schwarzmeerküste einen größeren Schaden angerichtet als bisher angenommen. Es handele sich um die schwerste Umweltkatastrophe der vergangenen Jahre mit Heizöl in Russland, teilte die Naturschutzorganisation Ekosaschtschita nach Angaben der Agentur Interfax am Dienstag in Moskau mit. Futtergründe für Delfine seien bedroht, zehntausende Vögel und Fische bereits wegen der Ölpest verendet, berichteten Behörden. Die Beseitigung der Folgen des Unwetters, bei dem am Sonntag Schiffe auseinanderbrachen und tausende Tonnen Schwefel und Öl austraten, werde mindestens zehn Jahre dauern.

Frachtschiff im Küstenwasser, im Hintergrund Felsformation an Land (Quelle: AP)

Einer der havarierten Frachter an der Schwarzmeerküste

Die Regierungschefs Russlands und der Ukraine, Viktor Subkow und Viktor Janukowitsch, verkündeten in Anapa an der russischen Küste die Bildung einer gemeinsamen Kommission zur Beseitigung der Umweltschäden. Auch bei der Wettervorhersage für das Schwarze Meer wolle man in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Öl läuft weiter aus

Der Leiter der russischen Umweltaufsicht, Oleg Mitwol, sprach von einer "schwierigen Lage". Etwa 800 Helfer waren am Dienstag nach russischen und ukrainischen Angaben im Einsatz, um den Ölteppich abzutragen. Dem russischen Wetterdienst zufolge gab es Hinweise, dass aus dem gesunkenen Tanker "Wolgoneft" weiter Heizöl in das Asowsche Meer auslaufe. Seit dem schweren Unwetter werde immer mehr Öl an zunächst nicht betroffene Küstenabschnitte geschwemmt.

Der Leiter der nationalen Fischereibehörde, Alexander Saweljew, sprach von einer "gewaltigen Umweltkatastrophe", deren Ausmaß erst in den nächsten Tagen abzuschätzen sei. Ekosaschtschita schätzte den Schaden auf vier Milliarden Rubel (110 Millionen Euro). Nach russischen Medienberichten wurden am Dienstag noch 20 Seeleute vermisst, die mit ihren Schiffen untergegangen waren. Das Unwetter hatte am Sonntag mehrere Stunden vor der Halbinsel Krim in der Straße von Kertsch gewütet. Bei dem Sturm gingen nach offiziellen Angaben vier Frachtschiffe unter, sechs liefen auf Grund und viele andere gerieten in Seenot. (rri)

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