1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Ölpest in der israelischen Wüste

Schwarze Ölbäche durchziehen die Wüste. Auch ein Naturschutzgebiet ist betroffen. Ein Leck in einer Pipeline hat in Israel eine schwere Umweltkatastrophe verursacht.

Aus einem Pipeline-Leck geflossenes Rohöl hat im Süden Israels großflächig die Landschaft verseucht. "Millionen Liter Rohöl sind ausgelaufen", teilte der Sprecher des Umweltschutzministeriums, Ran Lior, mit Es handele sich um eine der bisher schlimmsten Umweltkatastrophen in Israel.

Leck nahe des Roten Meeres

Das Leck in der Pipeline wurde in der Nacht zum Donnerstag etwa 20 Kilometer nördlich des Badeorts Eilat am Roten Meer unweit der Grenze zu Jordanien lokalisiert. Durch die Pipeline wird Öl von Eilat nach Aschkelon am Mittelmeer gepumpt. Medienberichten zufolge ergab eine erste Untersuchung, dass die Rohrleitung bei Wartungsarbeiten beschädigt worden ist. Inzwischen ist das Leck nach Angaben der Firma, die die Pipeline betreibt, abgedichtet.

Vom Umweltministerium veröffentliche Luftaufnahmen zeigen die Wüstenlandschaft durchzogen von Bächen und Seen schwarzen Öls (Artikelbild). Es sei mehrere Kilometer weit geflossen, sagte Lior. Eine wichtige Verbindungsstraße zwischen dem Norden Israels und dem Süden musste zwischenzeitlich teilweise gesperrt werden. Das stinkende Öl sei auch in ein nahes Naturschutzgebiet gelangt, wo eine besondere Palmenart wachse, so Lior weiter. Auch Wildtiere in der Region seien gefährdet. Allein die Sanierung der Böden werde Monate dauern, hieß es.

Mehrere Verletzte

Nach Angaben der israelischen Polizei mussten drei Personen ärztlich behandelt werden, weil sie Öldämpfe eingeatmet hatten. Auch in Jordanien gab es Verletzte. Die offizielle jordanische Nachrichtenagentur Petra meldete, zahlreiche Menschen aus der Grenzregion hätten sich an örtliche Krankenhäuser gewandt. Das israelische Umweltschutzministerium betonte, das Öl habe Jordanien nicht erreicht. Möglicherweise habe der Wind die Dämpfe über die Grenze geweht.

wl/re (dpa, afp, rtre)