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Amerika

Ölpest erreicht Texas

Für den Energiekonzern BP wird die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko immer mehr zum Milliardengrab. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden steigen ins Gigantische. Jetzt hat das Öl auch die Küste von Texas erreicht.

Ölklumpen in einem Glas (Foto: AP)

Vorboten: In Texas angespülte Ölklumpen

An mehreren Stränden des US-Bundesstaates seien Ölklumpen angespült worden, teilte die Küstenwache mit. Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich um Öl aus dem Leck der untergegangenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" handle, sagte ein Sprecher des BP-Konzerns. Die Klumpen wurden in der Nähe der Stadt Galveston an Land gespült. Damit sind nun alle US-Bundesstaten am Golf von Mexiko von der Umweltkatastrophe betroffen.

Alles nicht so schlimm?

"Es war nur eine Frage der Zeit, dass ein Teil des Öls seinen Weg nach Texas findet", sagte Hans Graber, Meeresphysiker an der Universität von Miami im Bundesstaat Florida. Verglichen mit dem Ausmaß der Verschmutzungen an den Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama oder Florida sei die Menge des angespülten Öls in Texas zudem noch äußerst gering. Ein Mitarbeiter der US-Küstenwache erklärte, es sei durchaus möglich, dass Schiffe und nicht natürliche Strömungen das Öl von der Unglücksstelle nach Texas transportiert hätten.

Spezialschiff 'A Whale' (Foto: AP)

Soll Öl abpumpen: Das Spezialschiff "A Whale"

Unterdessen gehen die Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest weiter. BP hofft, dass das defekte Bohrloch in gut 1,5 Kilometer Tiefe im kommenden Monat verschlossen werden kann, wenn die Ersatzbohrungen greifen. Bis dahin soll die Ausbreitung der Ölpest durch andere Maßnahmen eingedämmt werden. BP arbeitet an einer neuen Auffangvorrichtung, die Mitte oder Ende des Monats einsatzbereit sein soll.

Ein schwieriger Kampf

Die in den Supertanker "A Whale" gesetzten Hoffnungen haben sich vorerst nicht erfüllt. Erste Tests verliefen ergebnislos oder mussten wegen des hohen Seegangs abgebrochen werden, wie ein Sprecher der taiwanesischen Eignerfirma TMT mitteilte. Man werde für die Probeläufe zusätzliche Zeit brauchen. Der umgebaute Tanker soll täglich bis zu 80 Millionen Liter ölverschmutzten Wassers aufsaugen und trennen.

Männer mit Pelikan (Foto: AP)

Die Schäden für die Umwelt sind nicht abzusehen

Die Ölplattform "Deepwater Horizon" war Ende April explodiert und anschließend gesunken. Seitdem sprudeln täglich Millionen Liter Öl in den Golf. Nur ein Bruchteil davon kann aufgefangen werden. Die Ölpest hat bereits massive Umweltschäden an der US-Golfküste verursacht und der Fischerei und der Tourismusindustrie erhebliche Schäden zugefügt. BP hat nach eigenen Angaben bisher bereits mehr als drei Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) für die Bewältigung der Katastrophe aufwenden müssen, inklusive 147 Millionen Dollar an Entschädigungszahlungen. Und die Rechnung steigt weiter, denn ein durchschlagender Erfolg im Kampf gegen die Ölpest zeichnet sich zumindest bis August vorerst nicht ab.

Das US-Hurrikanwarnzentrum NHC teilte unterdessen in Miami mit, dass sich ein rund 80 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Louisiana befindliches Sturmtief zu einem weiteren Tropensturm entwickeln könnte. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 60 Prozent. In der vergangenen Woche hatte der Wirbelsturm "Alex" die Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko tagelang aufgehalten.

Autor: Gerhard M Friese (dpa, afp, apn, rtr)

Redaktion: Christian Walz

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