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Wirtschaft

Öl-Multis schließen sich zusammen

Das an Fusionen arme Jahr 2001 erlebt doch noch eine Elefantenhochzeit: Die beiden amerikanischen Öl- und Gaskonzerne Phillips Petroleum und Conoco wollen sich zusammenschließen.

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Phillips Petroleum in Borger (Texas)

Die Fusion hat einen Wert von 35 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro). Phillips Petroleum und Conoco fördern vor allem in den USA und in der Nordsee. Phillips hat in den USA 12.000 Tankstellen, Conoco rund 7000 in den USA und Europa, darunter auch die Jet-Kette in Deutschland. Conoco betreibt außerdem mehr als 10.000 Kilometer an Pipelines und ist an neun Raffinerien beteiligt. Conoco-Phillips hätte ungefähr 58.000 Mitarbeiter. Zukünftiger Vorstandschef soll der bisherige Phillips-Vorsitzende James Mulva werden. Die beiden Unternehmen wollen durch die Fusion 750 Millionen Dollar einsparen – durch mehr Effizienz und ohne Jobabbau, wie Mulva betonte.

Fusionswelle in der Ölindustrie

Mit dem Zusammenschluss setzt sich die Fusionswelle bei den Ölkonzernen fort. Erst im Frühjahr 2001 genehmigte die EU-Kommission den Zusammenschluss der beiden amerikanischen Firmen Chevron und Texaco. In den Jahren 1998 und 1999 hatten bereits British Petroleum (BP) mit Amoco und Elf Aquitaine mit TotalFina fusioniert.

Die Ölkonzerne kämpfen mit dem Preisverfall bei Ölprodukten und mit der gesunkenen Gewinnspanne bei der Raffination. Nach den Anschlägen in den USA vom 11. September ist die Nachfrage nach Produkten weltweit zurückgegangen und der Ölpreis um bis zu 30 Prozent gesunken. Was den Managern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, freut den Autofahrer: In Deutschland kostete am 19. November ein Liter Diesel nach Angaben des ADAC nur noch 1,55 Mark, ein Liter Super 1,87 Mark. Ein Rückgang um weitere zehn Pfennig sei nicht ausgeschlossen, so der ADAC.

Unrühmliche Auszeichung

Phillips Petroleum war im Dezember 2000 in die Schlagzeilen geraten, als es vom "Multinational Monitor"-Magazin zu einem der zehn verantwortungslosesten Unternehmen des Jahres gekürt wurde. Die vom Verbraucheranwalt und zweimaligen Präsidentenkandidaten Ralph Nader gegründete Zeitschrift kreidete Phillips mehrere schwere Unfälle in einer Produktionsstätte in Pasadena im Bundesstaat Texas an. Bei einer Explosion in einem Chemikalien-Tank war ein Arbeiter getötet und 74 verletzt worden. Die Aufsichtsbehörde OSHA warf Phillips daraufhin vor, seine Arbeiter nicht ausreichend auszubilden.

Die Fusion von Phillips Petroleum und Conoco muss noch von Aufsichtsbehörden und Aktionären gebilligt werden und soll in der zweiten Hälfte 2002 abgeschlossen sein. (jf)

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