1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Öl-Leck im ersten Schritt versiegelt

Acht Stunden lang hat der Ölkonzern BP Schlamm in das Bohrloch gepresst, um das Öl-Leck zu schließen. Das sogenannte "Static Kill"-Manöver hat nach Einschätzung der Firma das gewünschte Ergebnis gebracht.

Schweres Gerät im Einsatz bei dem Static Kill-Manöver (Foto: AP)

Die letzten Arbeiten im Golf von Mexiko waren nach Angaben von BP erfolgreich

Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko hat der britische Energiekonzern BP bei der Versiegelung des Bohrloch eine wichtige Hürde genommen. Mit dem sogenannten "Static Kill"-Manöver zum Schließen des Öl-Lecks sei das gewünschte Ergebnis erzielt worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch (04.08.2010) in London mit. Ein "Meilenstein" sei erreicht. Allerdings ist das nur der erste Schritt von mehreren zur endgültigen Versiegelung des Bohrlochs.

Erst Schlamm, dann Zement

Öl sprudelt unter Wasser aus Leck (Foto: AP)

Etwa acht Stunden lang wurde schwerer Bohrschlamm in die Ölquelle gepumpt

Nach Angaben von BP neutralisiert der von oben in die Steigleitung gepresste Schlamm jetzt das nach oben strömende Öl, so dass kein weiteres Öl austreten kann. Acht Stunden lang hatte der Konzern seit Dienstag den Schlamm in das Bohrloch gepresst.

Möglich ist, dass später nochmals Schlamm nachgefüllt werden muss. Wenn die Lage stabil bleibt, soll in einem zweiten Schritt Zement in die Steigleitung gepresst werden. Damit würde das obere Ende des Bohrlochs dauerhaft verschlossen.

BP erklärte, das Unternehmen werde mit dem Krisenbeauftragten der US-Regierung, Thad Allen, darüber beraten, wie weiter vorgegangen werde.

Nach "Static Kill" kommt "Bottom Kill"

In der kommenden Woche soll dann auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe im Meeresboden verschlossen werden. Bei dieser Operation "Bottom Kill" will BP ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung pumpen - durch einen Nebenzugang, an dem seit Mai gebohrt wird. Für den Fall, dass die erste Entlastungsbohrung ihr Ziel verfehlt, wurde eine zweite Bohrung von der Meeresoberfläche bis hin zur Ölquelle vorgenommen.

Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" vor mehr als drei Monaten waren aus dem lecken Bohrloch nach US-Regierungsangaben rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl ausgelaufen. Damit ist die Katastrophe der größte Ölunfall aller Zeiten. Seit dem 15. Juli ist das Leck mit einer provisorischen Kappe abgedichtet.

Autorin: Pia Gram (dpa, afp, apn)
Redaktion: Ursula Kissel

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema