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Amerika

Öl-Bohrloch mit Zement versiegelt

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat ein Ende: Dem Ölkonzern BP ist es gelungen, das lecke Bohrloch mit Zement zu versiegeln. Umweltschützer werfen der Regierung vor, das Ausmaß der Umweltkatastrophe zu beschönigen.

Schiffe (Foto: AP)

Operation "Static Kill" verlief erfolgreich

Das Bohrloch ist dicht. Mehr als drei Monate nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" ist es dem Ölkonzern BP offenbar gelungen, das Bohrloch dauerhaft zu schließen. Der Bohrschacht sei in der als "Static Kill" bezeichneten Operation mit Zement versiegelt worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag (05.08.2010, Ortszeit) mit. Zuvor hatte BP den Schacht wie geplant mit mehr als 300 Tonnen Schlamm gefüllt und dadurch das aufsteigende Öl zurückgedrängt.

Nun werde beobachtet, ob die Zementfüllung hält, teilte BP weiter mit. Außerdem sei geplant, das untere Ende der Bohrleitung durch eine Entlastungsbohrung ebenfalls mit Schlamm und Zement zu füllen. Je nach Wetterbedingungen könne diese "Bottom Kill" genannte Operation bis schätzungsweise Mitte August dauern.

Ausmaß der Katastrophe unklar

Öl am Strand (Foto: AP)

Das Öl verschmutzte die Strände am Golf von Mexiko

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert. Versuche, das austretende Öl zu stoppen, scheiterten zunächst. Laut Regierung sind seitdem insgesamt 660.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Die US-Küste wurde auf einer Länge von mehr als 1000 Kilometern verseucht, betroffen ist auch das ökologisch sensible Mississippi-Delta.

Wie stark der Golf von Mexiko und die angrenzenden Küstenregionen zurzeit noch verschmutzt sind, ist unklar. Einem neuen Regierungsbericht zufolge sind drei Viertel des Öls nicht mehr in der Umwelt. Einsatzkräfte hätten 33 Prozent der Ölmenge aufgesammelt oder vernichtet. 41 Prozent seien verdunstet, zerfallen oder hätten sich aufgelöst.

Verschmutzung nicht beseitigt

Ölleck (Foto: AP)

660.000 Tonnen Öl sind ins Meer geflossen

Umweltschützer werfen der Regierung nun vor, die Schäden der Ölkatastrophe herunterzuspielen. Die Daten zeigten auch, dass noch mehr als 165.000 Tonnen Öl im Meer seien, sagte Greg Butcher, Direktor der Vogelschutzorganisation National Audubon Society. Das sei vier bis fünfmal mehr Öl, als durch die Havarie der "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska ins Meer gelangte. "Eine Sichtweise kann auch sein, dass immer noch 26 Prozent der weltgrößten Ölpest da draußen sind", sagte Butcher.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Susanne Eickenfonder

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