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Wirtschaft

Ökonomen beweisen: Geld schießt doch Tore

Sechzehn Mannschaften sind zur Europameisterschaft gefahren, um einen Sieger auszuspielen. Sie hätten das DIW fragen sollen: Das Wirtschaftsinstitut kennt den Sieger nämlich schon. Es ist die Mannschaft aus ...

Germany's Mario Gomez (R) scores a goal against Netherlands' Maarten Stekelenburg (L) during their Euro 2012 Group B soccer match at the Metalist stadium in Kharkiv, June 13, 2012. REUTERS/Alessandro Bianchi (UKRAINE - Tags: SPORT SOCCER)

UEFA EURO 2012 Europameisterschaft Deutschland vs Niederlande Tor Gomez 1:0

"Fußball ist deshalb so schön, weil man vorher nicht weiß, wie's hinterher ausgeht." Das hat der legendäre Fußballlehrer Sepp Herberger gesagt – oder wenigstens ganz ähnlich. Aber trotzdem wollen immer mehr Menschen das Ende vor dem Anfang kennen und befragen dazu ein Orakel. Das ist meist irgendein Tier, Hauptsache das Vieh ahnt nicht einmal, was Fußball überhaupt ist.

Es gibt aber auch Orakel, die auf zwei Beinen durch's Leben gehen und einen Kopf zum Denken haben. Drei Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zum Beispiel haben ebenfalls vorhergesagt, wie das aktuelle Turnier ausgehen wird: Der neue Europameister heißt … nein, jetzt noch nicht.

Den Sieger der letzten beiden großen Turniere hatten sie schon richtig vorhergesagt, oder besser: vorausberechnet. Behaupten sie jedenfalls. Das war allerdings nicht besonders schwer, denn der Sieger war in beiden Fällen der gleiche: Spanien. Allerdings haben sie auch die EM-Qualifikation der deutschen Elf orakelt, und dabei, wieder eigenen Angaben zufolge, eine Trefferquote von 84 (!) Prozent erzielt.

Wer genug Geld hat, hat auch Glück im Spiel

Die deutschen Wirtschaftsforscher sind nicht die einzigen ihrer Zunft, die den Schlusspfiff des Schiedsrichters nicht abwarten wollen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung etwa zitiert einen Sportökonomen aus den USA, der seinen Vorhersagen folgende Parameter eines Turnierteilnehmers zu Grunde legt: Wirtschaftskraft, Bevölkerungszahl und die Erfahrung der Mannschaft. Klingt kompliziert. Aber die USA haben im Fußball noch nie was gerissen, da muss man nicht näher hinschauen.

Die eingangs erwähnten Fußballexperten des DIW haben es sich einfacher gemacht: Sie taxieren den Wert einer Fußballmannschaft als Summe des Marktwertes ihrer Spieler. Klingt einfach – soll aber funktionieren. Und wir Deutschen verstehen ja nun wirklich was vom Kicken. Also schauen wir genauer hin

Die DIW-ler haben errechnet, dass Deutschland die zweitteuerste Mannschaft aller Turnierteilnehmer hat und dass Griechenland, nur mal so als Beispiel, eine richtige Billigheimer-Truppe ins Turnier geschickt hat. Wer jetzt nicht an Viererkette, Mittelfeldraute und falsche Neuner denkt, sondern an EFSF und griechische Finanzämter, der hat von Fußball keine Ahnung! Jedenfalls sind sich die Wissenschaftler sicher: Der neue Vize-Europameister heißt …. Nein, kleinen Moment noch.

Und Europameister wird …

Die Viertelfinalpaarungen haben die Forscher jedenfalls – fast - ganz richtig vorhergesagt: Nur bei den Griechen haben sie voll daneben gelegen. Für die hätten die Russen nämlich gegen Deutschland antreten müssen. Auch für Ökonomen gilt: Irren ist menschlich. Immerhin haben sie sechs von acht Viertelfinalisten korrekt georakelt.

Die Fußballkenner in Schlips und Kragen rechnen vor, dass die Spanier die teuerste und die Deutschen die zweitteuerste Mannschaft im Turnier stellen. Europameister wird daher … Na, sehen Sie: keine Überraschung. Die Namen der Experten im DIW-Kompetenzzentrum "Fußball" sind der Redaktion bekannt. Wir werden sie am 2. Juli mal nach ein paar richtig guten Anleihe-Tipps fragen.

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