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Wissen & Umwelt

Ökoflieger will mit Solarkraft um die Welt

Ausschließlich mit Strom ist das Solarflugzeug "Solar Impulse" von Brüssel nach Paris geflogen. Für das Schweizer Team ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem ehrgeizigen Ziel: mit Solarkraft einmal um die Welt.

Solarflugzeug 'Solar Impulse' auf der Landebahn (Foto: dapd)

Die "Solar Impulse" landet in Le Bourget bei Paris

Bertrand Piccard (Foto: dpa)

Bertrand Piccard träumt von der Weltumrundung

Der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard ist seinem Traum einen weiteren Schritt näher gekommen. Am Dienstag (14.06.2011) landete das Solarflugzeug "Solar Impulse" in Paris. Das ungewöhnliche Flugzeug mit 11.628 Solarzellen auf 64 Metern Flügelspannweite, angetrieben von vier Elektromotoren mit zehn PS, kommt ohne Kerosin aus und meisterte nun die 300-Kilometer-Strecke von Brüssel nach Paris.

Piccards Vision ist, dass ein Flugzeug nur mit erneuerbaren Energien einmal um die Welt fliegt. Begonnen hat sein Traum mit ersten Solarflügen in der Schweiz. Den Durchbruch schafften er und sein Team mit einem ersten Tag-und-Nacht-Flug im Juli 2010. Damals war ein kleineres Flugzeug unbemannt 26 Stunden in der Luft.

Erster Anlauf gescheitert

Bei der "Solar Impulse" sitzt Pilot André Borschberg im Cockpit. Der erfahrene Flieger wollte eigentlich schon am Samstag die Flugstrecke von Brüssel nach Paris meistern. Doch schlechtes Wetter und technische Probleme ließen ihn wieder umkehren.

Borschberg konnte das nicht Fahrwerk einfahren - deshalb flog die Maschine langsamer und verbrauchte mehr Energie. Wegen der Wolkendecke konnte der Flieger zudem nicht so hoch aufsteigen wie geplant, und aufgrund des schlechten Wetters war der Batteriestatus geringer als vorgesehen. Das Flugzeug flog mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern auf einer Höhe von gut 900 Metern.

"Wir haben gesehen, dass wir nicht ausreichend Energie hatten, um sicher nach Le Bourget zu gelangen. Es gab keinen geeigneten Flughafen auf der Hälfte der Strecke, und so war die Rückkehr die sicherste Lösung", sagte Flugleiter Raymond Clerc.

Brüssel - Paris in 16 Stunden

Solarflugzeug 'Solar Impulse' setzt zur Landung an (Foto: dapd)

Die "Mission Paris" ist erfolgreich geschafft

Am Dienstag klappte dann aber alles. Einziger Wermutstropfen: Wegen des schlechten Wetters in Brüssel mussten die Batterien des Flugzeugs ausnahmsweise mit Netzstrom aus der Steckdose und nicht mit Sonnenlicht über die Solarzellen gefüllt werden. Um 5.29 Uhr hob der Ökoflieger vom internationalen Flughafen Zaventem bei Brüssel ab und landete nach 16 Stunden und 5 Minuten in Le Bourget bei Paris.

André Borschberg sitzt im Cockpit und wird zur Landung beglückwünscht (Foto: dapd)

Pilot Borschberg war begeistert

"Das war ein wunderbarer Tag", sagte Pilot André Borschberg nach der erfolgreichen Landung bei Paris am Dienstagabend. Er hatte zuvor lange im Luftraum über der französischen Hauptstadtregion kreisen müssen. Der dichte Flugverkehr über dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle hätte die Landung vorher zu gefährlich gemacht.

"Ich habe viele Geräusche wahrgenommen. So konnte ich ein anderes Sportflugzeug schon lange hören, bevor es an mir vorbei flog. Und sogar die Züge am Boden habe ich gehört, man ist viel näher an seiner Umgebung dran", erzählte der Pilot. Borschberg flog nach eigenen Angaben mit einer geringen Geschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern. Die Route verlief über Valenciennes und Reims in Nordfrankreich.

Nächster Schritt: Langstreckenflug

Um aus der Schweiz nach Paris zu gelangen, ist die "Solar Impulse" schon im Mai nach Brüssel geflogen. Nach der erfolgreichen Ankunft in zwei Etappen soll in den nächsten Monaten nun ein ähnliches Flugzeug für Langstreckenflüge konstruiert werden. Von 2012 bis 2013 sind mehrtägige Flüge geplant. 2014 soll die Weltumrundung versucht werden.

Doch zunächst lassen sich Piccard und sein Team in Paris im Rahmen der Internationalen Luftfahrtmesse feiern. Das Schweizer Flugzeug ist Ehrengast bei der Flugschau in Le Bourget, die am 20. Juni beginnt. Übrigens: Wer das Projekt unterstützen möchte, kann seine eigene Solarzelle adoptieren. 135 Euro kostet diese Investition in die Zukunft der Solar-Luftfahrt.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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