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Global 3000

Äthiopien: Schutzprogramm für Löwen

Auf ihren Wanderungen von Ost- nach Zentralafrika haben sich einst Löwen im Süden Äthiopiens niedergelassen, mitten in einem Bergnebelwald. Forscher sind begeistert, die Anwohner weniger, denn die Löwen kamen nachts und fielen ihre Nutztiere an. Der Naturschutzorganisation NABU hat einige aufgespürt und versucht sie in einem Reservat zu halten.

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Wildkaffee, Flusspferde und Kronenadler - dass es im UNESCO-Biosphärenreservat Kaffa im Südwesten Äthiopiens all das zu sehen gibt, ist längst bekannt. Aber Löwen? Für Wissenschaftler war es eine Überraschung als vor zwei Jahren ein Löwen-Weibchen in Kafa gesichtet und fotografiert wurde. Normalerweise lebt der afrikanische Löwe in Savannen, nicht aber in feuchten Wäldern. Doch knapp ein Dutzend der bedrohten Raubtiere scheinen sich in Kaffa durchaus wohl zu fühlen. Landwirte freut die "Zutraulichkeit" der Tiere weniger. Vor allem in der Trockenzeit dringen die Wildkatzen in Hütten und Ställe ein und reißen ganze Ziegen- und Schafsherden. Und greifen sogar die Menschen in ihren Hütten an. Um das zu verhindern, lassen Anwohner u.a. an den Laufrouten der Tiere gezielt Fleisch auslegen - und zwar von spirituellen Führern. Denn es gilt, dem "König der Wälder" den nötigen Respekt entgegenzubringen. In Äthiopien wird der Löwe als Nachfahre der Kaiserfamilie angesehen und zierte bis in die 1970er die Flagge des Landes. Die Raubtiere zu vertreiben oder gar zu jagen - das kommt in Kafa nicht in Frage.