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Afrika

Ärztestreik in Sierra Leone beendet

Angestellte in Krankenhäusern in Freetown haben ihren zehntägigen Streik beendet. Die Regierung erklärte sich bereit, die Gehälter der Ärzte und Krankenschwestern zu verdoppeln.

Für ihre Arbeit forderten Ärzte und Krankenschwestern mehr Geld (Foto: Daniel Pelz)

Für ihre Arbeit forderten Ärzte und Krankenschwestern mehr Geld

Nach einer dreistündigen Diskussion mit Sierra Leones Präsident Bai Ernest Koroma in der Nacht zum Samstag (27.03.2010) entschieden sich die streikenden Angestellten der beiden größten Krankenhäuser in der Hauptstadt Freetown an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Die Regierung bot ihnen eine 100-prozentige Erhöhung ihrer Gehälter an, die rückwirkend ab dem 1. März 2010 ausgezahlt werden soll.

Mit Entlassung gedroht

Präsident Koroma forderte das Ende des Streiks (Foto: dpa)

Präsident Koroma forderte das Ende des Streiks

Zuvor hatte sich der Ton zwischen der Regierung und den streikenden Ärzten und Schwestern deutlich verschärft. Präsident Koroma hatte zuletzt mit einer Entlassung der bis zu 200 Angestellten gedroht. Er habe zwar Verständnis für die Forderungen , "der einzige unglückliche Aspekt dabei ist, das wir sie uns jetzt nicht alle leisten können", so Koroma. Die Streikenden hatten ursprünglich Gehaltserhöhungen von bis zu 500 Prozent gefordert.

Krankenhäuser mussten schließen

Patienten konnten nicht mehr versorgt werden (Foto: AP)

Patienten konnten nicht mehr versorgt werden

Der Streik führte unter anderem dazu, dass das Kinderkrankenhaus in Freetown schließen musste. Die Patienten wurden in private Krankenhäuser verwiesen, was zu vielen Beschwerden führte. Denn die meisten Menschen in Sierra Leone, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt, können sich eine private Behandlung nicht leisten. Der Streik hatte am 18.03.2010 begonnen, nachdem die Regierung eine kostenfreie gesundheitliche Versorgung für alle Schwangeren und stillenden Mütter sowie für Kinder unter fünf Jahren angekündigt hatte.

Hohe Müttersterblichkeitsrate

Schwangere und stillende Mütter sind besonders gefährdet (Foto: dpa)

Schwangere und stillende Mütter sind besonders gefährdet

Dieses neue von der Regierung angekündigte Programm hat bei vielen Ärzten und Krankenschwestern Unmut ausgelöst, da sie befürchteten, dass die Kosten dafür zu ihren Lasten gingen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Sierra Leone letztes Jahr in einem Bericht kritisiert. Das Land habe eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Eine von acht Frauen seien davon bedroht, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben. Der jahrelange Bürgerkrieg in Sierra Leone hat ein völlig marodes Gesundheitssystem hinterlassen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass auf 10.000 Einwohner weniger als ein Arzt kommt.

Autorin: Katrin Ogunsade (afp, rtr)

Redaktion: Stephanie Gebert