1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

EU

"Ärzte ohne Grenzen" wirft EU-Grenzschützern Gewalt gegen Kinder vor

Ein Bericht der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" wirft kroatischen, ungarischen und bulgarischen Grenzpolizisten Gewalt gegen Flüchtlinge vor. Besonders Kinder seien vom Vorgehen der Beamten betroffen, heißt es.

Der Einsatz von Gewalt, um geflüchtete Kinder und Jugendliche an der Weiterreise in die Europäische Union zu hindern, sei gängige Praxis, hieß es in einer Erklärung der Organisation.

Die Dokumentation mit dem Titel "Games of Violence" umfasst medizinische und psychologische Daten sowie Aussagen von Betroffenen. In dem Bericht beruft sich "Ärzte ohne Grenzen" auf Schilderungen von jungen Flüchtlingen, die in den mobilen Krankenstationen der Hilfsorganisation behandelt wurden. In der ersten Hälfte des Jahres 2017 berichteten demnach neun von zehn Patienten, sie hätten physische Gewalt durch kroatische, ungarische oder bulgarische Grenzpolizisten erlitten. Knapp die Hälfte der Vorfälle beziehe sich auf bulgarische Beamte.

"Seit mehr als einem Jahr hören unsere Ärzte und Krankenschwestern immer wieder dieselben Geschichten von Jugendlichen, die geschlagen, erniedrigt und von Hunden angegriffen werden, einfach nur, weil sie verzweifelt ihren Weg fortsetzen wollen", berichtete Stéphane Moissaing, Leiter der Hilfsorganisation in Serbien. Dort betreut die Organisation zahlreiche Kinder, die zuvor an den Grenzen schikaniert wurden.

"Schande"

Es sei "eine Schande", dass Mitgliedstaaten der EU "vorsätzlich Gewalt einsetzen, um Kinder und Jugendliche daran zu hindern, in der EU um Asyl zu bitten". Für Kinder und junge Menschen, die versuchten, zum Beispiel Serbien zu verlassen, sei Gewalt allgegenwärtig, so Moissaing.

Die Gewalt durch die Grenzbeamten führe zu "ernstzunehmenden physischen und psychischen Schäden" und treibe Heranwachsende in die Arme krimineller Schlepper, erklärte er weiter.

Hunderttausende Flüchtlinge aus Krisengebieten im Nahen Osten und Nordafrika versuchten in den vergangenen Jahren, über die Balkanroute in die EU zu gelangen. 

cgn/jj (afp, epd)