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Wissen & Umwelt

Ärzte ohne Grenzen: Ebola-Medikament Favipari wirkt

Ein neuartiges Ebola-Präparat zeigt bei Patienten mit niedriger Infektionslast im Blut Wirkung. Ein Test mit 80 Personen zeigt: Die Sterblichkeit könnte sich halbieren, wenn Patienten frühzeitig behandelt werden.

Ebola Patient in Monrovia (Foto by John Moore/Getty Images).

Hoffnung besteht, wenn die Krankheit frühzeitig entdeckt und sofort behandelt wird

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) hat am Dienstag (24.02.2015) vorläufige Ergebnisse einer Studie mit dem Ebola-Medikament Favipiravir veröffentlicht.

Patienten in drei Behandlungszentren in Guinea wurden mit dem Präparat des japanischen Herstellers "Toyama Chemical" behandelt.

Die Studie, durchgeführt vom Französischen Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung INSERM, hatte bereits am 17. Dezember 2014 in einer Klinik in Guéckédou begonnen, die von Ärzte ohne Grenzen betrieben wird.

Danach wurde sie auf zwei weitere Behandlungszentren in Nzérékoré und Macenta ausgeweitet, die von anderen Trägern betrieben werden.

Ärzte ohne Grenzen im Training in Guinea-Bissau (Foto: F. Tuchma).

Ärzte ohne Grenzen testeten Favipiravir in Guinea

Die vorläufigen Ergebnisse stützen sich auf die Behandlung von 80 Patienten. Bei diesen zeigte sich, dass das Medikament dann seine Wirkung entfaltete, wenn die Viruslast im Blut der Patienten noch gering war - also im Frühstadium der Infektion. In diesen Fällen konnte die Sterblichkeitsrate von 30 auf 15 Prozent gesenkt werden.

Hatte sich das Virus hingegen im Blut der Erkrankten schon stark vermehrt, zeigte Favipiravir keine Wirkung mehr.

Kein Wundermittel für Schwerkranke

Stefand Dold, MSF-Sprecher, erklärte gegenüber der Deutschen Welle, dass bei dieser Studie aus ethischen Gründen auf eine Vergleichsgruppe verzichtet worden sei.

Alle Patienten in dem Behandlungszentrum seien von Anfang an mit dem Medikament behandelt worden. Den Vergleich zur Sterblichkeitsrate bei Patienten ohne entsprechende medikamentöse Behandlung ziehen die Forscher daher aus Erfahrungen in den drei Monaten vor Einführung von Favipiravir.

Am Montagabend (23.02.2015) hatte die Leiterin der Studie, Annick Antierens, am Rande einer Fachtagung in Seattle betont: "Es ist offensichtlich, dass noch weitere Forschung notwendig ist". Denn für eine große Gruppe von Patienten, die schwer erkrankt seien, sei das Präparat "kein Wundermittel."

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