1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Ostmitteleuropa

Ärzte gehören zu den Exportschlagern Polens

Bereits 30 000 Mediziner sind im Ausland beschäftigt

Warschau, 19.3.2003, SUPER EXPRESS, poln.

Polnische Ärzte werden zu einer immer wertvolleren Exportware. Unsere Mediziner werden von den Engländern, den Deutschen und den Arabern begehrt. Wenn es die polnischen Ärzte nicht gäbe, könnte man die Behandlung der Patienten in vielen Orten nicht mehr sichern. Solch eine Situation gab es auch in Görlitz. Dort waren einige Abteilungen des hiesigen Krankenhauses von der Schließung bedroht und zwar aufgrund des Mangels an medizinischem Personal. Dank einer Gruppe von ausländischen Medizinern, darunter auch eines Polen, können sich die Bewohner dieser Stadt sicherer fühlen.

Noch vor einem Jahr erinnerte der Stellenplan dieses Krankenhauses an eine offene Wunde. Auf die Annoncen in der Fachzeitschrift für Ärzte "Deutsches Ärzteblatt" reagierte niemand", erinnert sich der Direktor des städtisches Krankenhauses in Görlitz, Christoph Freitag, und fügt hinzu, dass erst die Annoncen im Internet ein Echo hervorriefen und zwar fast ausschließlich in Form von Anfragen aus Osteuropa.

Zur Zeit sind 13 ausländische Ärzte in diesem Krankenhaus beschäftigt, dessen Gesamtpersonal 143 Personen bilden, darunter ein Radiologe aus Russland, ein Chirurg aus Syrien, ein Augenarzt aus dem Iran und ein Internist aus dem Irak.

Einer der ersten Bewerber, der sich um eine Festanstellung in diesem Krankenhaus bemühte, war ein Pole, d. h. Dr. Pawel Szymanowski aus Leszno, in der Nähe von Wroclaw. (...)

Gespräch mit der Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums, Renata Furman:

Frage: Die Oberste Ärztekammer schätzt, dass etwa 30 000 polnische Ärzte im Ausland arbeiten. Wo sind sie hauptsächlich beschäftigt?

Antwort: Meistens werden sie in den Ländern Westeuropas und in den USA beschäftigt. In letzter Zeit werden aber immer öfter der Nahe Osten und besonders Saudi Arabien erwähnt.

Frage: Wie viel kostet es, einen Arzt in Polen auszubilden?

Antwort: An der Warschauer Medizinischen Akademie wurde errechnet, dass sich die durchschnittlichen Studienkosten für einen Studenten auf etwa 22 600 Zloty (etwa 5 650 Euro) im Jahr belaufen. Die Studienzeit beträgt insgesamt sechs Jahre.

Frage: Die Gesamtkosten des Medizinstudiums für eine Person liegen also bei 135 600 Zloty (etwa 33 900 Euro). Wenn ein Arzt Polen verlässt, wird also das Geld der Steuerzahler verschwendet.

Antwort: Es ist allgemein bekannt, welche Lage auf dem polnischen Arbeitsmarkt herrscht und wie es um das Budget des Gesundheitswesens bestellt ist... Einige Ärzte reisen ins Ausland, um Schulungen und zeitlich befristete Arbeitsverträge zu absolvieren. Sie kündigen zwar ihre Rückkehr an, aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich zurückkehren ... Außerdem müssten wir beweisen, dass es in Polen an Ärzten mangelt.

Frage: Mangelt es wirklich an Ärzten?

Antwort: Aus den neusten statistischen Angaben geht hervor, dass es in Polen insgesamt 87 894 Ärzte gibt. Das bedeutet, dass auf 10 000 Menschen fast 23 Ärzte fallen. In Rumänien z. B. nur 19 auf 10 000 und in Spanien 32,8. (...) Der Bedarf an Ärzten in Polen wird jedoch von Jahr zu Jahr geringer. (Sta)

  • Datum 20.03.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/3PZP
  • Datum 20.03.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/3PZP