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Ostmitteleuropa

Ängste zwischen gestern und morgen

- Im neuen Jahr tritt Tschechien der EU bei und viele sorgen sich

Prag, 17.12.2003, PRAGER ZEITUNG, deutsch

Der tschechische Präsident Václav Klaus ist ein Freund deutlicher Worte. Die fand er auch, als sich die EU-Staatsmänner in Brüssel nicht auf eine europäische Verfassung einigen konnten. "Der Versuch, eine Verfassung zu beschließen, war ein radikaler Schritt zur Schaffung eines europäischen Superstaates", ließ er kurzerhand via Presseabteilung verkünden. "Wer das nicht begriffen hat, hat nichts begriffen." Aus Ablauf und Ergebnis des Brüsseler Gipfels könne man schließen: "Es wächst die Zahl derer, die anfangen, sich dieser Gefahr bewusst zu werden."

Klaus, dem populistische Anwandlungen nicht fremd sind, weiß die Mehrheit der Tschechen hinter sich. 68 Prozent, so hat eine Umfrage des Meinungsforschungs-Institutes CVVM ergeben, fürchten einen teilweisen Verlust der Souveränität ihres Landes. Die EU, einst das verheißene Land, in dem Milch und Honig fließen, wird in Mittelosteuropa nach langen Jahren der Annäherung, die mit schmerzhaften Reformen der eigenen Wirtschaft verbunden waren, deutlich realistischer wahr genommen. Nach dem EU-Beitritt sehen 50 Prozent der Tschechen Probleme für die eigene Wirtschaft voraus. (...)

Gerade nach dem Brüsseler Desaster kann man fragen: Hat Europa überhaupt eine Chance zu funktionieren bei so vielen Ängsten und Selbstblockaden?

Die Tschechen, so hat die gleiche Meinungsumfrage ergeben, verbinden mit Europa nicht nur Ängste, sondern auch Hoffnungen: Durchsichtigere juristische und demokratische Spielregeln, mehr Sicherheit für ihr Land – darauf hofft eine Mehrheit der Tschechen als neues Mitglied der EU. (...) (fp)

  • Datum 17.12.2003
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