1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Äh

Äh ist ein Pausenfüller zwischen zwei Sätzen. Es ist ein Übergang zwischen Reden und Schweigen. Wenn ein Sprecher nicht zu oft Äh sagt, fällt es niemandem auf. Häufen sich aber die Ähs, wird es anstrengend zuzuhören.

"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", meint das Sprichwort. Es gibt aber zwischen Reden und Schweigen einen Übergang, ein redendes Schweigen, das – akustisch isoliert – so klingt: Äh.

Pausenfüller oder Störfaktor

Was bedeutet dieses Äh oder Ähm? In Wörterbüchern wird es nicht erklärt, gedruckt findet man es kaum, und doch ist es oft zu hören. Die Bezeichnungen dafür zeigen ein gewisses Unbehagen: Verlegenheitslaut, Füllwort, Stammelwort, Stottersilbe. Rhetorik- und Kommunikationstrainer warnen vor dem Äh-Sagen: Es sei eine "schlechte Angewohnheit", "verbreitete Unsitte" und "sprachliche Unart". In Rhetorikkursen wird das Äh deshalb systematisch abtrainiert. Ein guter Redner verwendet es nicht.

Aber – warum sagt man überhaupt Äh? Das Wort hat doch keine inhaltliche Bedeutung. Richtig, aber eine kommunikative Funktion: Ein Äh zeigt an, dass jemand etwas äußern will, aber im Moment des Sprechens nicht genau weiß was, und deshalb die Formulierung kurz aufschieben muss. Das Äh überbrückt diesen Formulierungsstopp und meldet dem Hörer: "Gleich geht es weiter".

Praktisch und notwendig

Aber könnte man, statt Äh zu sagen, nicht einfach eine kurze Überlegungspause machen? Grundsätzlich ja; allerdings hat die Pause im Dialog noch eine andere Funktion: sie zeigt an, dass ein Sprecher mit seiner Äußerung fertig ist, also ausgeredet hat, und nun der Gesprächspartner an die Reihe kommt.

Um Missverständnisse zu vermeiden, kann es deshalb, vor allem am Telefon oder Handy, durchaus zweckmäßig sein, ein Äh in den Redefluss einzuschieben; denn damit wird dem Hörer signalisiert, dass man noch etwas sagen will. Bei Vorträgen oder längeren Äußerungen erübrigt sich aber diese Ankündigung. Hier wird ja durch die Kommunikationssituation klar, ob jemand mit seinen Ausführungen zu Ende ist.

Aber zu viel ist zu viel

Der Pausenfüller Äh wirkt deshalb störend und sollte vermieden werden – es sei denn, ein Redner will, dass seine Ähs gezählt werden.

Fragen zum Text

Eine Pause im Gespräch zeigt an, …

1. dass der Sprecher fertig ist.

2. dass der Sprecher keine Lust mehr hat.

3. dass der Sprecher keine Luft mehr bekommt.

Ein Äh bedeutet, dass …

1. jemand eine Pause braucht.

2. jemand aufhört zu sprechen.

3. jemand noch nicht genau weiß, was er sagen will.

Äh ist ...

1. ein Pausenfüller.

2. eine Kommunikationsstrategie.

3. ein sprachliches Problem.

Arbeitsauftrag

Halten Sie jeder einen kurzen Vortrag über ein Thema Ihrer Wahl. Machen Sie sich Stichworte, aber versuchen Sie möglichst frei zu sprechen. Die Zuhörer sollen besonders darauf achten, wie viele Ähs und Ähms jemand verwendet. Sprechen Sie nach dem Vortrag darüber, ob die Ähs gestört haben oder nicht.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads