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Aktuell Nahost

Ägyptische Gerichte verurteilen über 160 Muslimbrüder

In Ägypten wurden erneut Massenurteile gegen Mitglieder der Muslimbruderschaft gesprochen. Mehr als 160 Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi müssen langjährige Haftstrafen antreten.

Mehr als Tausend Anhänger und Mitglieder der Muslimbruderschaft wurden in diesem Jahr bereits zu langen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Jetzt ist die Zahl erneut gestiegen.

Im nordägyptischen Kafr al-Scheich verurteilte ein Gericht nach Justizangaben 126 Personen zu zehn Jahren Haft. Die Angeklagten sollen im vergangenen August an Protesten gegen die Entmachtung von Präsident Mohammed Mursi teilgenommen und randaliert haben. In der Hauptstadt Kairo wurden 37 Muslimbrüder zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt, weil sie versucht haben sollen, in einer U-Bahn-Station Bomben zu zünden.

Militärregierung bekämpft Muslimbrüder

Seit dem Sturz des Islamisten Mursi im Juli vergangenen Jahres geht die Militärregierung in Kairo nicht nur auf der Straße sondern auch vor Gericht mit aller Härte gegen dessen Anhänger vor. Die Prozesse mit Massenurteilen wurden international kritisiert, weil sie gegen die Grundsätze fairer Verfahrensführung verstoßen haben sollen. Die Militärs weisen die Kritik allerdings zurück und betonen, alle Urteile würden nach genauer Prüfung ergehen.

Die meisten Verfahren beziehen sich auf Proteste der Muslimbrüder im vergangenen Sommer. Damals wurden bei Straßenschlachten mehrere hundert Menschen getötet. Tausende Mursi-Anhänger wurden in der Folge inhaftiert, darunter die gesamte Führung der Muslimbruderschaft, die im Dezember verboten wurde. Um die Macht des Militärs zu festigen, hat Armeechef Abdel Fatah al-Sissi angekündigt, bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten. Umfragen zufolge gilt er als aussichtsreichster Kandidat.

djo/wl (dpa, afp, reuters)