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Pressemitteilungen

Ägyptens Außenminister zum Terrorziel Tourismus: „Wir sind die Opfer“

In „Conflict Zone with Tim Sebastian“, dem konfrontativen Interviewformat der DW, weist Ägyptens Außenminister Samih Schukri den Vorwurf zurück, das Land tue nicht genug, um die Sicherheit von Touristen zu garantieren.

Schukri sagte, die Sicherheitslage sei seit der Machtübernahme der Militärregierung im Juni 2014 deutlich stabiler. Das Land sei kein Kriegsgebiet. Die Tourismusindustrie seines Landes sei durch Terrorakte jedoch nachhaltig geschädigt worden. Schukri: „Die Lebensgrundlage von vier Millionen Ägyptern ist davon betroffen. Wir sind die Opfer. Und wir sollten als Opfer behandelt werden.“

Zum Absturz der russischen Passagiermaschine über dem ägyptischen Sinai Ende Oktober 2015, den Moskau als Terrorakt einstufte, zu dem sich der „Islamische Staat“ bekannte, sagte Schukri: „Es gibt eine Menge Spekulationen und Gerüchte.“ Auf Nachfragen von Moderator Tim Sebastian wiederholte der Außenminister mehrfach, er könne die Existenz einer Bombe als Ursache des Absturzes weder bestätigen noch ausschließen.

Sebastian konfrontierte Schukri mit dem Anstieg von Anschlägen in Ägypten – nationale und internationale Experten dokumentierten seit der Amtsübernahme von Präsident al-Sisi in 2014 mehr als 1.200 Anschläge. Schukri sagte, die Zahlen zeigten, dass „einige mit Nachdruck versuchen, Ägypten zu destabilisieren. Sie versuchen, den Terrorismus zu instrumentalisieren und den Willen des ägyptischen Volkes zu untergraben.“ Die Zahl der Anschläge möge hoch sein, doch – so Schukri: Ägypten habe „Probleme mit Terrorismus, so wie der Rest Welt Probleme mit Terrorismus hat“.

Schukri zur Menschenrechtslage:
US-Regierung „nicht Gutachter der internationalen Gemeinschaft“

Conflict Zone Sameh Shoukry

Die aktuelle Folge von Conflict Zone wird am Mittwoch, 20. Januar, um 18.30 Uhr (MEZ) im englischen TV-Programm der DW ausgestrahlt

Berichte von Human Rights Watch und der US-Regierung zur Menschenrechtslage in Ägypten wies Schukri als „nicht unantastbar“ und „nicht bindend“ zurück. „Ich glaube nicht, dass das Weiße Haus der Gutachter der internationalen Gemeinschaft ist“, sagte der Politiker. „Die einzige Einschätzung, die zählt“, sei die des ägyptischen Volkes.

Tim Sebastian konfrontierte den Minister daraufhin mit einer Analyse der ägyptischen Professorin Aida Seif El Dawla, der zufolge Inhaftierte in Ägypten systematisch gefoltert werden, sagte Schukri: „Nach ihrer Einschätzung wird jeder überall und immer gefoltert. Das ist eine derartige Generalisierung, das kann nicht wirklich ernst genommen werden.“

Der Jurist und Diplomat Samih Schukri, Jahrgang 1952, war zwischen 1976 und 2012 im ägyptischen Außenministerium und an den diplomatischen Vertretungen des Landes in London, Buenos Aires, Wien, Genf und Washington tätig. Nach der Machtübernahme durch das Militär im Juni 2014 wurde er Außenminister, bis September 2015 im Kabinett von Premierminister Ibrahim Mehlab, seit dessen Rücktritt unter Scherif Ismail.

Der britische Journalist Tim Sebastian lädt zu seinen wöchentlichen, konfrontativen DW-Interviews Entscheidungsträger aus dem In- und Ausland ein. Die aktuelle Folge von Conflict Zone wird am Mittwoch, 20. Januar, um 18.30 Uhr (MEZ) im englischen TV-Programm der DW ausgestrahlt und steht danach als Video-on-Demand auf dw.com zur Verfügung.

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