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Aktuell Nahost

Ägypten zieht Botschafter aus Syrien ab

Auch immer mehr arabische Staaten wenden von Syriens Präsidenten Assad ab. Ägypten rief wegen der anhaltenden Gewalt seinen Diplomaten aus Damaskus zurück. Doch der syrische Präsident bleibt unbeeindruckt.

Syrien steht auch in der arabischen Staatengemeinschaft zunehmend isoliert dar. Nachdem bereits einige arabische Länder ihren Botschafter aus dem Land abgezogen haben, folgt nun auch Ägypten und beordert seinen diplomatischen Vertreter zurück. Der ägyptische Botschafter befinde sich bereits in Kairo und habe Außenminister Mohammed Kamel Amr Bericht erstattet, teilte das ägyptische Außenministerium mit. Der Minister habe entschieden, dass der Botschafter "bis auf weiteres" in Ägypten bleibt. In den vergangenen Wochen hatten bereits unter anderem Tunesien, Kuwait, Marokko, Bahrain und Saudi-Arabien ihre Botschafter aus Damaskus abgezogen.

Syrien droht "Explosion"

Sitzung der Arabischen Liga in Kairo (Foto: dapd)

Die Arabische Liga will die syrische Opposition unterstützen

Die Arabische Liga hatte nach den monatelangen Protesten gegen die syrische Führung unter Präsident Baschar al-Assad beschlossen, die syrische Opposition politisch und materiell zu unterstützen. Ägypten lehnt eine Militärintervention in Syrien ab, befürwortet stattdessen einen "friedlichen Wandel". Die Lage in Syrien verschlechtere sich rasant, erklärte das ägyptische Außenministerium in der vergangenen Woche. Der Wechsel in Damaskus müsse erreicht werden, um eine von Syrien ausgehende "Explosion" mit Folgewirkungen auf die gesamte Region zu verhindern.

Am vergangenen Freitag hatten wegen des gewaltsamen Vorgehens des Assad-Regimes gegen die syrische Opposition rund 2.000 Demonstranten in Kairo gefordert, den syrischen Botschafter auszuweisen. Es war der größte Protest gegen Assad in der ägyptischen Hauptstadt seit Beginn des Aufstands in Syrien vor elf Monaten. Begleitet von Gesängen gegen die syrische Regierung zogen die Demonstranten zur dortigen syrischen Botschaft.

Attentat auf Staatsanwalt und Richterin

Assads Truppen gehen trotz internationaler Kritik weiterhin mit unverminderter Härte gegen die Stadt Homs und weitere Oppositionshochburgen vor. Auch am Sonntag setzten die Regierungstruppen nach Angaben von Oppositionelle ihre Angriffe auf das Viertel Baba Amr in Homs fort.

Wie die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, eröffneten Bewaffnete in der Provinz Idlib das Feuer auf ein Auto und töteten dabei einen ranghohen Staatsanwalt, einen Richter und den Fahrer. Oppositionelle vermuten, dass es sich um ein gezieltes Attentat des Regimes handelte, da sowohl der Staatsanwalt als auch der Richter "Revolutionäre verteidigt" hätten. Die Aufständischen kontrollieren Teile der an die Türkei grenzende Provinz, weshalb die Regierungstruppen dort besonders brutal vorgehen. In Aleppo wurde am Samstag ein ähnliches Attentat verübt. Über die Hintergründe der beiden Angriffe war zunächst nichts bekannt.

Die syrische Führung versucht die Protestbewegung seit fast einem Jahr zu unterdrücken. Dabei wurden nach Informationen von Menschenrechtsorganisationen bisher mehr als 6000 Menschen getötet.

nm/ml (afp, dpa, dapd)

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