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Aktuell Afrika

Ägypten wählt nach Mursi-Sturz neuen Präsidenten

Die Abstimmung dauert zwei Tage - und bis jetzt verläuft sie vergleichsweise friedlich. Bestimmt wird der Nachfolger des gestürzten Präsidenten Mursi.

Von vereinzelten Störversuchen der Muslimbrüder abgesehen, läuft bei der zweitägigen Präsidentenwahl in Ägypten bisher alles nach Plan. Größere Gewaltausbrüche wurden nicht gemeldet. Vor einigen Wahllokalen detonierten kleinere Sprengsätze. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es jedoch keine Verletzten. Damit blieb die Abstimmung friedlicher als frühere Wahlen in Ägypten. Soldaten mit Sturmgewehren bewachten die Wahllokale, vor denen sich oft lange Warteschlangen bildeten. Bis Dienstagabend haben die Bürgerinnen und Bürger Zeit, ihre Stimme abzugeben.

Als klarer Favorit für das Präsidentenamt gilt der frühere Militärchef Abdel Fattah Al-Sisi. Sein einziger Herausforderer ist der Linkspolitiker Hamdien Sabahi. Vor allem Al-Sisi konnte offenbar viele seiner Anhänger mobilisieren. Der Feldmarschall hatte im vergangenen Sommer Präsident Mohammed Mursi gestürzt, der aus der Muslimbruderschaft stammt. Für Al-Sisi selbst war es die erste Wahl. Als Armeeangehöriger hatte er bislang nicht abstimmen dürfen.

Aufrufe zum Wahlboykott

In Kairo, Alexandria und mehreren Provinzstädten kam es nach Angaben örtlicher Wahlbeobachter zu Protestaktionen der Muslimbruderschaft, die zum Boykott des Urnengangs aufgerufen hatte. Die Demonstranten bezeichneten die Wahl als "Theater". Außer den Muslimbrüdern hatten auch die Islamistenpartei "Starkes Ägypten" und mehrere Revolutionsgruppen einen Wahlboykott verkündet.

Mehrere Demonstrationen und Straßenblockaden wurden von der Polizei aufgelöst. Bei zwei Kundgebungen in Alexandria gingen Polizisten nach Augenzeugenberichten gewaltsam gegen Demonstranten vor. In Al-Sagasig schoss die Polizei in die Luft, um demonstrierende Mursi-Anhänger zu vertreiben. Das Nachrichtenportal "Al-Ahram" meldete, sieben Studenten seien festgenommen worden. Seit Sommer 2013 wurden Tausende Muslimbrüder und Dutzende Demokratie-Aktivisten inhaftiert.

Mehr als 150 EU-Wahlbeobachter

Die Europäische Union begleitet die Abstimmung mit mehr als 150 Wahlbeobachtern. "Wir sind überall vertreten mit Ausnahme des Nord-Sinai, wo wir aus Sicherheitsgründen nicht sein können", sagte EU-Sprecher Eberhard Laue. Wahlberechtigt sind mehr als 53,9 Millionen Ägypter. Mit ersten Ergebnissen wird für Mittwoch gerechnet. Das offizielle Ergebnis soll am 5. Juni verkündet werden.

jj/mak (dpa, rtr)