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Aktuell Nahost

Ägypten kommt nicht zur Ruhe

Ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Mubarak wächst in Ägypten der Druck auf den regierenden Militärrat, endlich zurückzutreten. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Stadionkrawalle in Port Said stieg auf zwölf.

Menschen in Tränengaswolke (Foto: Reuters)

Kairo: Kein Ende der Unruhen in Sicht

Sieben Menschen seien bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei in der Nähe des Kairoer Innenministeriums ums Leben gekommen, fünf weitere in der Hafenstadt Port Said, meldet das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Ein Ende der Proteste in Ägypten ist nicht abzusehen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelten sich wiederum hunderte Demonstranten. In der Nähe des Innenministeriums und in der Innenstadt kam es erneut zu Ausschreitungen zwischen Protestlern und der Polizei. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden mehrere Autos beschädigt, einige Läden mit Brandbomben beworfen.

Protestbewegung will schnelleren Wandel

Die Protestbewegung verlangt angesichts der anhaltenden Gewalt, dass die Generäle abtreten und ein neues Staatsoberhaupt gewählt wird. Die Zeitung "Al Tahrir" schrieb: "Das Land will einen Präsidenten". Der Zeitplan der Demokratisierung sieht jedoch vor, dass zunächst eine neue Verfassung erarbeitet und erst dann ein neuer Präsident gewählt wird. Die Demonstranten fordern aber einen schnelleren Wechsel.

Die Proteste begannen am Mittwoch, nachdem bei schweren Krawallen nach einem Fußballspiel in Port Said 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Fußballfans werfen der Polizei und der Armee vor, nicht energisch genug eingegriffen und weggeschaut zu haben, als die Menge auf Spieler und Anhänger des Kairoer Klubs Al-Ahli losging. Außerdem kursierten Gerüchte, dass die Unruhen von bezahlten Schlägerbanden provoziert worden seien.

Auch nach einem Jahr noch uneins

Erst am 25. Januar hatten die Ägypter den ersten Jahrestag seit Beginn der Massenproteste gefeiert. Diese hatten am 11. Februar 2011 zum Rücktritt von Präsident Husni Mubarak geführt.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt über die vielen Opfer in Ägypten. Der Militärrat müsse die Hintergründe aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

gmf/det (dpa, dapd)

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