Ägypten: 15 islamistische Kämpfer an einem Tag hingerichtet | Aktuell Nahost | DW | 26.12.2017
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Terrorismus

Ägypten: 15 islamistische Kämpfer an einem Tag hingerichtet

Sie sollen auf der Sinai-Halbinsel zahlreiche Soldaten und Polizisten getötet haben. Die Todesurteile wurden von ägyptischen Militärgerichten verhängt.

Ägypten Truppen im Nord-Sinai (picture alliance/AP Photo/Str)

Massiver ägyptischer Truppenaufmarsch auf dem Sinai nach wiederholten Terrorakten (Archivfoto)

Es war eine der größten Massenhinrichtungen der vergangenen Jahre: 15 militante Islamisten seien gehenkt worden, teilte die ägyptische Gefängnisbehörde in Kairo mit. Die Exekutionen fanden in zwei Haftanstalten der Hauptstadt statt.     

Die Männer waren vor allem wegen eines Überfalls auf einen Armeekontrollpunkt auf der Sinai-Halbinsel im Jahre 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden. Ein Armeeoffizier und acht Wehrpflichtige waren damals getötet worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Dschihadisten hätten als Mitglieder extremistischer Gruppierungen an Terroraktionen gegen Soldaten und Polizisten teilgenommen, sie geplant oder unterstützt.   

Ägypten 6 Soldaten wurden getötet in Sinai (Getty Images/AFP/STRINGER)

Trauerakt im Norden des Sinai für sechs getötete Polizisten im Oktober 2017

Die 15 Dschihadisten wurden nun alle an einem Tag hingerichtet. 2015 waren sechs radikale Islamisten exekutiert worden. Die Massenhinrichtung vom Dienstag gilt auch als Reaktion auf die jüngsten Terroranschläge im Sinai, bei denen es sehr viele Opfer gegeben hat. 

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 durch das ägyptische Militär haben extremistische Gruppierungen ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet. Besonders gefährlich ist die Lage auf der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens.

IS-Raketen auf zwei Minister 

Erst vor einer Woche hatte der sogenannte "Islamische Staat" (IS) während eines Besuchs von Verteidigungsminister Sedki Sobhi und Innenminister Magdi Abdel Ghaffar in der Region einen Militärflughafen im Norden des Sinai mit einer Panzerabwehrrakete beschossen. Ein Mitarbeiter des Verteidigungsministers und ein Pilot wurden getötet.

Blutbad in Moschee 

In diesem Jahr hatten die Islamisten auch zunehmend Zivilisten angegriffen. Ende November waren bei einem verheerenden Anschlag auf eine Moschee im Nord-Sinai mindestens 300 Menschen getötet worden. Dazu bekannte sich bislang niemand. Nach Angaben der ägyptischen Ermittler trägt der Angriff jedoch ebenfalls die Handschrift der IS-Terrormiliz.

SC/jj (APE, afp, rtre, dpa)