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Aktuell Europa

Ägäis - Meer der Hoffnung

1300 Flüchtlinge binnen zwei Tagen: Frontex-Chef Leggeri berichtet von einer dramatischen Zunahme des Zustroms nach Griechenland. Und von bemerkenswerten neuen Migrationsbewegungen.

Der Flüchtlingszustrom in die Europäische Union hat nach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde Frontex vor allem über die Route von der Türkei nach Griechenland drastisch zugenommen. Seit Jahresbeginn seien 45.000 Menschen über die Ägäis gekommen: das sei ein Plus von mehr als 500 Prozent, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri in Paris.

Vor allem Syrer mit Asyl-Chance

Verändert habe sich auch die Zusammensetzung der Flüchtlingsströme. Bei den Menschen, die über die Türkei nach Griechenland kommen, handele es sich insbesondere um Asylsuchende, erläuterte Leggeri. Ein Großteil seien Syrer, die fast zu hundert Prozent in der EU Asyl erhalten würden. Unter den Ankömmlingen in Italien seien hingegen fast keine Syrer mehr zu finden. Dort landeten überwiegend Menschen aus den südlich der Sahara gelegenen Ländern, die vor der Armut in ihrer Heimat fliehen.

Insgesamt habe es seit Januar 100.000 irreguläre Übertritte an den EU-Außengrenzen gegeben, teilte der Frontex-Chef mit. Im selben Zeitraum des Vorjahres seien es 40.000 gewesen. Frontex bereitet sich laut Leggeri darauf vor, seinen Einsatz "Poseidon" in der Ägäis zu verstärken. Auf Griechenland könne wegen der Entwicklung eine hohe Belastung zukommen, mutmaßte er. Die Mission "Triton" vor der italienischen Küste wurde bereits deutlich aufgestockt, nachdem bei mehreren Tragödien vor der libyschen Küste hunderte Flüchtlinge ertrunken waren.

Die griechische Küstenwache griff binnen zwei Tagen mehr als 1300 Flüchtlinge in der Ägäis auf. Allein auf der Insel Lesbos kamen nach offiziellen Angaben mehr als 700 Menschen an. Die Lage sei nach Berichten örtlicher Medien desaströs.

Hunderte Migranten erreichten auch die Inseln Samos, Kos, Inousses und Chios, wie die Küstenwache am Mittwoch mitteilte. Migrantenfamilien benutzen sogar Mülltonnen mit Rädern, um ihre Kinder von der Küste zu den nächsten Aufnahmestellen zu bringen, berichteten Medien auf Lesbos. Behörden und humanitäre Organisationen seien restlos überfordert, meldete auch das Staatsfernsehen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beschuldigte Jordanien, zahlreiche Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien ohne Hilfe in der Wüste allein zu lassen. Die Einwanderung von Bürgerkriegsflüchtlingen sei seit März deutlich eingeschränkt worden.

SC/sti (afp, dpa)